Ich berufe mich mit jeder Aussage nur auf Predigten von Pastor Derek Prince, der für mich einer der besten Bibellehrer war. Was er lehrt, betrifft jeden von uns, mich mit eingeschlossen. lasst mich mit dieser Predigt beginnen, wovon ich euch eine schriftliche Zusammenfassung zeigen werde: Derek Prince – Warnung vor Verführung
Derek Prince beginnt die Predigt mit einer Aussage aus Zefanja 2,3: „Suchet den Herrn, alle ihr Demütigen im Lande, die ihr sein Recht übt. Suchet Gerechtigkeit, befleißigt euch der Demut. Vielleicht werdet ihr Bergung finden am Tage des Zornes des Herrn.“ Er macht zunächst deutlich, dass in diesem Vers nicht einfach selbstverständlich davon gesprochen wird, dass jeder Mensch am Tag des Zornes Gottes bewahrt werden wird. Das Wort „vielleicht“ zeigt für ihn, dass die Bergung nicht einfach als etwas genommen werden kann, das unabhängig vom Verhalten des Menschen garantiert ist. Sicher sei dagegen, dass der Tag des Zornes des Herrn kommen werde. Entscheidend sei deshalb die Frage, wie der Mensch sich darauf vorbereitet. Eine Eigenschaft, nach der Gott Ausschau halte, sei die Demut.
Derek Prince betont, dass die Bibel den Menschen immer wieder auffordert, sich selbst zu demütigen. Sie sage nicht, dass Gott den Menschen einfach demütigen werde. Er verweist dabei auf 5. Mose 8 und erklärt, dass Gott zwar versucht habe, sein Volk zu demütigen, das Volk aber nicht entsprechend darauf reagiert habe. Wahre Demut komme deshalb dadurch zustande, dass der Mensch sich selbst vor Gott demütige. Diese Haltung sei besonders wichtig im Hinblick auf die kommenden Tage und die Endzeit. Er erklärt, dass er die Zuhörer bereits auf das vorbereitet habe, was in der Endzeit vor ihnen liege. Zuvor habe er über die Notwendigkeit der Buße gesprochen. Nun wolle er eine Warnung vor der Verführung aussprechen. Als Ausgangspunkt nennt er Offenbarung 12,9. Dort wird der große Drache, die alte Schlange, der Teufel und Satan genannt, der den ganzen Erdkreis verführt.
Derek Prince stellt deshalb die Frage, wie Satan die Welt unter seiner Kontrolle halten könne. Seine Antwort lautet, dass Satan eine besondere Taktik habe: Verführung. Verführung sei für Satan von höchster Bedeutung. Alles andere, was er tue, stehe gewissermaßen unter diesem Ziel. Wenn es ihm nicht gelinge, einen Menschen zu verführen, könne er ihn nicht auf dieselbe Weise kontrollieren und schädigen. Gerade durch Verführung könne er Menschen in eine falsche Richtung bringen. Dabei weist Derek Prince darauf hin, dass ein Verführer seine Absichten niemals vorher offen ankündige. Wenn Satan einem Menschen vorher sagen würde, dass er ihn verführen wolle, würde dieser Mensch sich entsprechend schützen. Deshalb komme Verführung in einer Form, in der der Betroffene zunächst nicht erkennt, woher sie stammt oder welches Ziel dahintersteht.
Derek Prince erinnert daran, dass Paulus sagt, Satan könne sich sogar als Engel des Lichts darstellen. Verführung könne deshalb mit einer scheinbar wunderbaren Offenbarung, einer außergewöhnlichen geistlichen Erfahrung oder einer aufregenden neuen Bewegung verbunden sein. Sehr häufig, so erklärt er, richte Satan die Verführung an den Stolz des Menschen. Der Mensch könne beispielsweise den Eindruck bekommen, er habe eine besondere geistliche Erfahrung gemacht und sei deshalb geistlicher als andere. Oder er könne glauben, dass er Teil einer ganz besonderen Bewegung sei, die Gott in einzigartiger Weise gebrauchen wolle. Genau darin liege eine Gefahr. Satan schmeichle dem Menschen und vermittle ihm das Gefühl, etwas ganz Besonderes zu sein und von Gott auf eine außergewöhnliche Weise gebraucht zu werden. Gerade deshalb müsse man wachsam sein.
Derek Prince wendet sich anschließend Matthäus 24 zu. Die Jünger hätten Jesus gefragt, was das Zeichen seiner Wiederkunft und des Endes des Zeitalters sein werde. In seiner Antwort warne Jesus innerhalb weniger Verse mehrfach vor Verführung. Zunächst sagt Jesus: „Sehet zu, dass euch niemand verführe.“ Danach warnt er davor, dass viele in seinem Namen kommen und viele verführen werden. Weiter spricht Jesus von falschen Propheten, die viele verführen werden. Schließlich sagt er, dass falsche Christusse und falsche Propheten auftreten und große Zeichen und Wunder tun werden, um, wenn möglich, sogar die Auserwählten zu verführen.
Für Derek Prince ist diese Häufigkeit der Warnungen entscheidend. Er sieht darin einen Hinweis darauf, dass Verführung eine der größten Gefahren der Endzeit darstellt. Die erste Warnung Jesu im Zusammenhang mit den Ereignissen der letzten Zeit sei ausdrücklich die Warnung, sich nicht verführen zu lassen. Derek Prince richtet diese Warnung besonders an Christen, die großen Wert auf übernatürliche Erfahrungen legen. Er sagt, dass er selbst schon sehr lange mit der charismatischen Bewegung verbunden sei und beobachtet habe, dass viele Charismatiker dazu neigten, jede übernatürliche Handlung automatisch für ein Wirken Gottes zu halten. Genau diese Schlussfolgerung sei jedoch falsch.
Satan könne ebenfalls Zeichen und Wunder hervorbringen. Deshalb müsse man immer im Gedächtnis behalten, dass das Auftreten eines übernatürlichen Phänomens noch nicht beweise, dass es von Gott komme. Er warnt außerdem vor der Haltung: „Mir kann das nicht passieren.“ Ein Christ könne sich nicht einfach für immun gegen Verführung erklären. Jesus selbst warne davor, dass sogar Auserwählte verführt werden könnten. Deshalb müsse jeder Gläubige nüchtern und wachsam sein.Derek Prince greift dazu 1. Petrus 5 auf: Der Teufel gehe umher wie ein brüllender Löwe und suche jemanden, den er verschlingen könne. Er verwendet dazu ein anschauliches Beispiel. Wenn in einem Hotel bekannt würde, dass im Erdgeschoss ein Löwe frei herumlaufe, würde niemand sorglos durch das Gebäude gehen. Jeder würde sehr aufmerksam sein, die Umgebung beobachten und darauf achten, dass Türen hinter ihm geschlossen würden. Genau diese Haltung der Wachsamkeit müsse auch im geistlichen Leben vorhanden sein.
Anschließend erzählt Derek Prince von Gideon und seinen 300 Männern. Er betrachtet besonders die Auswahl der Männer in Richter 7. Ursprünglich waren 32.000 Männer bei Gideon. Der Feind hatte eine gewaltige Übermacht. Trotzdem sagte Gott zu Gideon, dass die Zahl seiner Männer zu groß sei. Deshalb sollte Gideon bekanntgeben, dass jeder, der Angst habe, nach Hause gehen dürfe. Daraufhin gingen 22.000 Männer nach Hause, sodass 10.000 übrig blieben. Doch auch diese Zahl war Gott noch zu groß. Deshalb sollte ein weiterer Test durchgeführt werden.
Die Männer sollten zum Wasser gehen und beobachtet werden, wie sie tranken. Diejenigen, die sich vollständig niederbeugten und ihr Gesicht in das Wasser tauchten, sollten nach Hause geschickt werden. Diejenigen dagegen, die beim Trinken wachsam blieben, eine Hand zum Mund führten und ihre Waffen weiterhin griffbereit hielten, wurden ausgewählt. Am Ende blieben nur 300 Männer übrig. Derek Prince sieht darin eine geistliche Lektion. Gott habe nicht einfach nach Stärke, Größe oder Anzahl gesucht. Er habe nach Wachsamkeit Ausschau gehalten.
Die Mehrheit der Männer habe beim Trinken ihre Waffen vollständig aus der Hand gelegt und sich mit dem Gesicht ins Wasser gebeugt. Dadurch wären sie im Falle eines plötzlichen Angriffs besonders verwundbar gewesen. Die 300 Männer dagegen hätten selbst beim Trinken ihre Umgebung im Blick behalten. Ihr Schild und ihre Waffen seien griffbereit geblieben. Derek Prince stellt deshalb die Frage, zu welcher Gruppe der Zuhörer gehören würde. Die entscheidende Frage sei, ob ein Mensch so sehr mit einer Sache beschäftigt werden könne, dass er den Feind nicht mehr beachte. Er betont ausdrücklich, dass es nicht falsch sei, Wasser zu trinken. Das Problem entstehe dort, wo etwas anderes einen Menschen so vollständig beschäftige, dass seine geistliche Wachsamkeit verloren gehe. Der Feind suche ständig nach einer Schwachstelle, an der er angreifen könne.
Derek Prince spricht anschließend über Zeiten der Erholung. Er erzählt, dass er und seine Frau Rut immer wieder feststellen müssten, dass sie Urlaub benötigten. Gerade in Zeiten großer Belastung habe der Mensch das Bedürfnis, sich zurückzuziehen und zu entspannen. Doch er warnt davor, geistlich vollkommen unaufmerksam zu werden. Der Teufel mache keinen Urlaub und entspanne sich nicht. Deshalb müsse auch der Christ grundsätzlich wachsam bleiben. Der Gedanke der Wachsamkeit verbindet sich für Derek Prince unmittelbar mit der Frage nach Wahrheit und Verführung. Denn die entscheidende Gefahr bestehe darin, etwas zu akzeptieren, das übernatürlich aussieht, aber nicht mit der Wahrheit Gottes übereinstimmt.
Hier kommt Derek Prince zu einem zentralen Satz der Predigt: Zeichen und Wunder seien kein Maßstab für Wahrheit. Er sagt ausdrücklich, dass er nicht behaupten wolle, Zeichen und Wunder könnten niemals eine Wahrheit bestätigen. Sein Punkt sei vielmehr, dass ein Zeichen oder Wunder in sich selbst noch kein Beweis dafür sei, dass die damit verbundene Lehre wahr sei. Genau diese Unterscheidung sei für die Endzeit von großer Bedeutung. Viele Menschen hätten die Neigung zu denken, dass dort, wo etwas Übernatürliches geschehe, automatisch etwas Gutes und Wahres am Werk sein müsse.
Derek Prince warnt davor sehr deutlich. Gerade eine Bewegung, die Zeichen und Wunder als automatischen Beweis für Wahrheit betrachtet, könne leicht verführt werden. Er verbindet diesen Gedanken mit seiner Warnung vor dem Auftreten des Antichristen, der ebenfalls mit Zeichen und Wundern auftreten werde. Der einzige zuverlässige Maßstab für Wahrheit sei deshalb das Wort Gottes. Er verweist auf Johannes 17,17, wo Jesus sagt: „Dein Wort ist die Wahrheit.“ Außerdem nennt er Psalm 119,89: „Auf ewig, o Herr, steht dein Wort im Himmel fest.“ Damit erklärt Derek Prince, dass Gottes Wort nicht von den Ereignissen auf der Erde verändert werde. Die Wahrheit Gottes bleibe fest. Deshalb müsse sich der Gläubige am Wort Gottes orientieren und nicht an außergewöhnlichen Erfahrungen.
Derek Prince führt diesen Gedanken zurück bis zu Adam und Eva. Satans Vorgehensweise habe sich im Grunde nicht verändert. Seine erste Frage sei gewesen: „Hat Gott gesagt?“ Sobald Eva begann, über diese Frage nachzudenken und Gottes Aussage infrage zu stellen, war sie bereits auf dem Weg zur Niederlage. Derek Prince sieht darin bis heute dieselbe Taktik. Satan versuche weiterhin, Zweifel daran zu säen, ob Gott etwas wirklich gesagt habe. Deshalb sei es entscheidend, dass der Mensch am Wort Gottes festhalte. An dieser Stelle spricht Derek Prince auch über Deutschland und die Entwicklung der sogenannten modernen Theologie. Er sieht darin eine historische Öffnung für Verführung. Die Frage „Hat Gott wirklich gesagt?“ sei in der Theologie zugelassen worden, und man habe nach Gründen gesucht, weshalb Gott bestimmte Dinge vielleicht doch nicht gesagt habe.
Derek Prince betrachtet dies als ein grundlegendes Problem. Die Gemeinde sollte für ihn ein Bollwerk sein, das die Gesellschaft gegen die Angriffe Satans schützt. Wenn die Gemeinde jedoch selbst ihren Bezug zur Wahrheit verliere, könne sie stattdessen zum Kanal werden, durch den Verführung in die Gesellschaft hineingelangt. Er spricht in diesem Zusammenhang über die Auswirkungen der modernen Theologie und nennt Karl Marx und Adolf Hitler als Personen, die seiner Darstellung zufolge einen starken Einfluss auf die Gesellschaft ausgeübt hätten. Er sieht eine Verantwortung der Kirche darin, dass sie die Tür für diese Entwicklung geöffnet habe. Dabei erklärt er, dass er zwischen „Kirche“ als historischer Institution und „Gemeinde“ als den lebendigen Menschen, die zu Jesus gehören, unterscheide. Seine Warnung richte sich nicht lediglich gegen eine Institution, sondern an die Menschen, die Jesus angehören und deshalb Verantwortung dafür tragen, keine Tür für Verführung zu werden.
Danach geht Derek Prince zu 2. Thessalonicher 2 über. Dort werde vom Auftreten des Gesetzlosen gesprochen. Sein Auftreten erfolge nach der Wirkung Satans mit betrügerischen Kräften, Zeichen und Wundern sowie mit Verführung der Ungerechtigkeit. Damit werde erneut deutlich, dass Zeichen und Wunder allein kein Beweis für göttliche Wahrheit seien. Derek Prince legt besonderen Wert auf den Zusammenhang zwischen Verführung und der fehlenden Liebe zur Wahrheit. Menschen würden nicht einfach deshalb verführt, weil sie zu wenig Informationen hätten. Vielmehr spiele ihre Haltung gegenüber der Wahrheit eine entscheidende Rolle.
Als wirksamen Schutz bezeichnet er deshalb die Liebe zur Wahrheit. Das im griechischen Text verwendete Wort für Liebe sei „Agape“. Er beschreibt diese Liebe als eine leidenschaftliche Liebe zur Wahrheit. Es gehe nicht lediglich darum, gelegentlich in der Bibel zu lesen oder eine kurze tägliche Andacht zu halten. Es gehe um eine echte, leidenschaftliche Hingabe an die Wahrheit Gottes. Der Mensch müsse innerlich die Frage stellen: „Ist das wirklich die Wahrheit?“ Derek Prince fordert die Zuhörer deshalb auf zu prüfen, ob sie tatsächlich eine solche Liebe zur Wahrheit besitzen oder ob sie gegenüber der Wahrheit lau geworden seien.
Anschließend wendet sich Derek Prince dem Thema der Propheten zu. Er sagt, dass es seiner Meinung nach viele Propheten gebe, möglicherweise sogar zu viele, und dass man besonders darauf achten müsse, nicht von falschen Propheten verführt zu werden. Er führt 5. Mose 18,20–22 an. Dort wird ein Maßstab für einen Propheten genannt. Wenn jemand im Namen des Herrn etwas sagt, was Gott ihm nicht geboten hat, und die angekündigte Sache nicht eintritt, dann sei dies ein Zeichen dafür, dass der Herr dieses Wort nicht gesprochen habe. Derek Prince betont, dass dieser Maßstab sehr einfach sei. Wenn ein Prophet ankündige, dass etwas geschehen werde, und es geschehe nicht, dann sei dies ein klares Problem.
Er spricht dabei aus seiner eigenen Erfahrung mit charismatischen Persönlichkeiten. Er habe erlebt, dass Menschen Kriege, Erdbeben, Flutwellen oder Erweckungen vorausgesagt hätten, die anschließend nicht eingetreten seien. Für ihn sei es verständlich, dass ein Mensch einen Fehler machen könne. Auch er selbst könne sich irren. Was er jedoch nicht akzeptiert, ist, wenn jemand eine falsche Prophetie ausspricht, deren Nichterfüllung offensichtlich wird und anschließend so tut, als sei nichts geschehen. Ein Mensch könne einen Fehler machen und anschließend zu den Menschen gehen, die er in die Irre geführt habe, und sagen: „Es tut mir leid. Ich habe einen Fehler gemacht. Ich habe euch in die Irre geführt. Bitte vergebt mir.“ Derek Prince hält diese Reaktion für verständlich. Er kritisiert dagegen diejenigen, die falsche Prophetien einfach hinter sich lassen und anschließend weiterhin neue Prophetien verkünden, ohne ihre früheren Fehler anzuerkennen. Für ihn zeigt dies einen Mangel an Liebe zur Wahrheit innerhalb der Gemeinde.
Danach spricht Derek Prince über eine noch subtilere Form der Verführung. Er verwendet dazu 5. Mose 13. Dort wird ein Prophet oder Träumer beschrieben, der ein Zeichen oder Wunder ankündigt und dessen Zeichen tatsächlich eintritt. Trotzdem kann seine Botschaft falsch sein, wenn er anschließend dazu auffordert, anderen Göttern nachzufolgen. Derek Prince betont deshalb: Selbst wenn eine angekündigte Sache tatsächlich eintritt, ist dies noch keine Garantie dafür, dass die Botschaft von Gott stammt. Der entscheidende Prüfstein bleibt das Wort Gottes.
Wenn eine übernatürliche Erfahrung oder eine prophetische Aussage Menschen dazu bringt, von Gott und seinem Wort abzuweichen, darf sie nicht deshalb angenommen werden, weil das vorhergesagte Zeichen tatsächlich eingetroffen ist. Derek Prince erklärt, dass Gott die Menschen dadurch sogar prüfe. Es gehe darum zu erkennen, ob ein Mensch den Herrn wirklich von ganzem Herzen und von ganzer Seele liebe. Damit bekommt die Frage nach Wahrheit eine noch tiefere Bedeutung. Gott prüfe nicht nur, ob etwas Übernatürliches geschieht, sondern auch, ob der Mensch trotz eines außergewöhnlichen Erlebnisses am Wort Gottes festhält.
Als weiteres Beispiel führt Derek Prince König Hiskia an. Hiskia war ein gerechter König und hatte zuvor Gottes Segen erfahren. Als jedoch Gesandte aus Babylon zu ihm kamen, ließ er sich von ihnen beeindrucken. Er zeigte ihnen die Schätze und Reichtümer seines Königreiches. Derek Prince verweist darauf, dass Gott Hiskia in dieser Situation allein ließ, um zu sehen, was in seinem Herzen war.
Für ihn zeigt dies, dass Gott einen Menschen manchmal nicht unmittelbar führt oder vor jeder Prüfung bewahrt. Er kann zulassen, dass eine Situation entsteht, in der sichtbar wird, was tatsächlich im Herzen eines Menschen steckt. Die Frage lautet dann: Wird sich der Mensch von beeindruckenden Personen, sensationellen Propheten oder übernatürlichen Ereignissen beeindrucken lassen? Oder bleibt er am Wort Gottes? Der entscheidende Satz lautet für Derek Prince sinngemäß: Wenn etwas nicht schriftgemäß ist, dann ist es nicht von Gott.
Derek Prince kehrt anschließend noch einmal zu 2. Thessalonicher 2 zurück. Dort werde davon gesprochen, dass Menschen verloren gehen, weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben. Als Folge davon sende Gott ihnen, wie es im Text heißt, einen kräftigen Irrtum, sodass sie der Lüge glauben. Derek Prince bezeichnet dies als eines der erschreckendsten Gerichte Gottes. Er betont mehrfach, dass hier tatsächlich davon gesprochen werde, dass Gott Menschen einem Irrtum überlasse beziehungsweise einen starken Irrtum sende.
Er erzählt anschließend von einer persönlichen Erfahrung in Jerusalem. Er sei eines Nachts aufgewacht und habe, obwohl er sich zu diesem Zeitpunkt nicht in einer besonders geistlichen Stimmung befunden habe, den Eindruck gehabt, Gott habe ihm etwas über die damalige israelische Regierung offenbart. Er verstand dies als Hinweis darauf, dass Gott dieser Regierung einen starken Irrtum geschickt habe. Derek Prince betrachtet dies als Gericht Gottes und berichtet, dass er mit anderen dafür gebetet habe, dass Gott eingreife. Er verbindet diese Erfahrung mit einer späteren Wahl in Israel, bei der politische Gegner zunächst glaubten, gewonnen zu haben, und anschließend feststellen mussten, dass sie verloren hatten. Er versteht dies als ein Beispiel dafür, wie Menschen aufgrund eines Irrtums eine Situation völlig falsch einschätzen können.
Danach kommt Derek Prince zu einem weiteren zentralen Teil seiner Predigt. Er möchte erklären, wie Verführung funktioniert. Dazu betrachtet er Jakobus 3,15, wo von einer Weisheit gesprochen wird, die nicht von oben kommt, sondern irdisch, seelisch und dämonisch ist. Für Derek Prince ist dabei das Wort „seelisch“ besonders wichtig. Er erklärt den Menschen als eine Einheit aus Körper, Seele und Geist. Der Geist sei der Teil des Menschen, der unmittelbar Beziehung mit Gott aufnehmen könne. Die Seele beschreibt er als das individuelle Ich beziehungsweise Ego. Sie umfasse nach seiner Darstellung Wille, Verstand und Emotionen.
Die Seele sage gewissermaßen: „Ich will, ich denke, ich fühle.“ Wenn ein Mensch außerhalb Christi lebt, werde sein Leben wesentlich von diesen drei Bereichen bestimmt. Der Geist sei durch Sünde tot, während die Seele unter dem Einfluss von Sünde und Satan stehe. Derek Prince beschreibt deshalb eine absteigende Bewegung: vom Irdischen zum Seelischen und schließlich zum Dämonischen. Das Entscheidende sei, dass die Seele selbstbezogen sei. Sie sei auf das eigene Ich ausgerichtet. Ein Christ könne zwar im Geist aufrichtig Gott zugewandt sein, doch anschließend könne eine Entwicklung einsetzen, durch die sein Fokus immer stärker auf irdische Dinge und schließlich auf sich selbst gerichtet werde.
Derek Prince erklärt, dass auch die Erwartungen eines Christen an die Erlösung irdisch werden können. Der Blick richte sich dann hauptsächlich auf Dinge dieser Welt. Der Mensch verliere die Vision für die Ewigkeit und konzentriere sich auf das, was Gott für ihn in diesem Leben tun könne. Er verweist auf 1. Korinther 15,19, wo Paulus sagt, dass Christen, deren Hoffnung nur dieses Leben betrifft, von allen Menschen die bedauernswertesten seien. Derek Prince kritisiert in diesem Zusammenhang eine Form des Christentums, die die Erlösung hauptsächlich mit Wohlstand, Erfolg, Reichtum, körperlicher Heilung und anderen Vorteilen des gegenwärtigen Lebens verbindet.
All diese Dinge bezögen sich auf das Leben auf der Erde. Wenn der Christ seine Hoffnung hauptsächlich darauf richte, werde er anfällig für die nächste Stufe, nämlich eine immer stärkere Selbstbezogenheit. Dann werde die Anbetung nicht mehr wirklich auf Gott ausgerichtet, sondern auf das, was Gott für den Menschen tun könne.
Der Mensch bete dann sinngemäß: „Gott, segne mich. Heile mich. Mach mich glücklich.“
Damit verlagere sich der Mittelpunkt vom Herrn auf das eigene Ich. Derek Prince beschreibt dies als einen gefährlichen Abstieg. Eine Bewegung könne zunächst wirklich vom Heiligen Geist ausgehen und richtig beginnen. Wenn die Leiter und die Gläubigen jedoch nicht aufmerksam seien, könne der Fokus unbemerkt vom Geistlichen auf das Seelische und Selbstbezogene abrutschen.
Derek Prince erzählt von einer Versammlung, in der die Anbetung zunächst ausgezeichnet gewesen sei. Nach einiger Zeit seien jedoch Lieder ausgewählt worden, die sich zunehmend um das eigene Empfinden und den eigenen Segen drehten. Es habe sinngemäß geheißen: „Gott, ich fühle mich so glücklich. Gott, ich bin so gesegnet. Gott, mach weiter und segne mich.“ Derek Prince stand schließlich auf und sagte den Menschen, dass sie abgerutscht seien. Sie seien zunächst mit Gott beschäftigt gewesen, nun aber mit sich selbst. Er sagt, dass er diese Entwicklung sehr oft beobachtet habe.
Danach verweist Derek Prince auf die Glaubenshelden aus Hebräer 11. Ihre Augen seien nicht auf diese Erde gerichtet gewesen. Als Beispiel nennt er Abraham. Gott hatte Abraham das Land verheißen, aber Abraham habe während seines Lebens keinen persönlichen Besitz des Landes erlangt. Er habe in Zelten gelebt. Der Hebräerbrief zeige jedoch, dass Abraham nach einer Stadt Ausschau hielt, deren Baumeister und Schöpfer Gott sei. Abraham lebte deshalb nicht hauptsächlich auf der irdischen Ebene.
Als Gegenbeispiel nennt Derek Prince Lot. Als Abraham und Lot sich trennten, richtete Lot seinen Blick auf Sodom. Zunächst schaute er nur in Richtung Sodom und schlug sein Zelt dorthin auf. Später lebte er jedoch mitten in Sodom. Er schaute nicht mehr nur in diese Richtung, sondern war vollständig dort angekommen. Derek Prince sieht darin ein Bild für die Entwicklung vom Irdischen zum Selbstbezogenen. Für ihn beginnt eine gefährliche Entwicklung oft schrittweise.
Derek Prince fasst zusammen, dass die Seele besonders aufmerksam beobachtet werden müsse, weil dort Verführung eindringen könne. Der Schutz der Seele sei das Kreuz.
Er führt dazu Matthäus 16,24–25 an: Wer Jesus nachfolgen wolle, müsse sich selbst verleugnen, sein Kreuz aufnehmen und Jesus nachfolgen. Wer seine Seele retten wolle, werde sie verlieren; wer seine Seele um Jesu willen verliere, werde sie finden. Derek Prince bezeichnet dies als eine sehr einfache Beschreibung des christlichen Lebens: Es gehe darum, Jesus nachzufolgen. Es reiche nicht aus, regelmäßig eine Kirche zu besuchen, ein Amt zu bekleiden oder sogar zu predigen. Entscheidend sei, Jesus tatsächlich nachzufolgen.
Dazu nennt Jesus nach Derek Prince zwei entscheidende Schritte. Der erste Schritt sei die Selbstverleugnung. Der Mensch müsse seiner Seele widersprechen. Seine Seele sage: „Ich will, ich denke, ich fühle.“ Der Christ müsse dagegen sagen, dass nicht sein eigener Wille, seine eigenen Gedanken oder Gefühle das letzte Wort hätten, sondern das, was Jesus wolle und sage. Der zweite Schritt sei das Aufnehmen des Kreuzes.
Derek Prince erklärt, dass das Kreuz in diesem Zusammenhang nicht einfach ein Stück Holz oder Metall bedeute. Er meine damit das Opfer Jesu und die geistliche Bedeutung des Kreuzes für das eigene Leben. Wer sein Kreuz aufnehme, sei bereit, Opfer zu bringen und das eigene selbstbezogene Leben dem Tod zu übergeben. Er betont, dass der Mensch selbst diese Entscheidung treffen müsse. Gott lege ihm das Kreuz nicht einfach gegen seinen Willen auf. Es handle sich um eine Entscheidung des Willens.
Das „Leben“, von dem Jesus in diesem Zusammenhang spricht, versteht Derek Prince anhand des griechischen Begriffs als „Seele“. Wer also seine Seele unbedingt bewahren wolle, werde sie verlieren. Wer seine Seele um Jesu willen verliere, werde sie finden. Daraus folgert Derek Prince, dass der Christ lernen müsse, mit seinem Seelenleben umzugehen. Das Kreuz sei der Ort, an dem das selbstbezogene Ich sterbe.
An diesem Punkt beschreibt Derek Prince etwas, das er selbst als eine Art Offenbarung bezeichnet. Viele Jahre habe er sich gefragt, warum im Leib Christi so viel Verführung vorhanden sei und warum Menschen so leicht betrogen werden könnten.
Nun glaube er, eine Antwort darauf gefunden zu haben: Das Kreuz sei das Zentrum des christlichen Glaubens. Christsein bedeute, sich selbst zu verleugnen und das Kreuz aufzunehmen. Deshalb sagt Derek Prince sehr deutlich, dass Christentum ohne das Kreuz für ihn eine falsche Religion sei. Eine Form des Christentums, die das Kreuz verleugne, besitze keinen wirklichen Schutz gegen dämonische Verführung. Er verbindet dies unmittelbar mit Galater 2,20: „Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir.“
Das Kreuz werde dadurch zum Schutz. Der Mensch, der nicht mehr vom ungekreuzigten eigenen Ich bestimmt werde, sei für die Angriffe, die auf dieses Ich abzielen, weniger zugänglich. Derek Prince erklärt, dass Satan besonders auf das ungekreuzigte Ego ziele. Besonders der Stolz sei für ihn ein Angriffspunkt. Die Antwort auf Stolz sei das Kreuz. Er verweist dabei auch auf Paulus, der sich nichts anderes rühmen wollte als des Kreuzes Jesu Christi und sagte, dass durch das Kreuz die Welt ihm gekreuzigt sei und er der Welt.
Derek Prince fordert die Zuhörer schließlich zu einer persönlichen Entscheidung auf. Er fragt, ob sie bereit seien, sich selbst zu verleugnen, ihr Kreuz aufzunehmen und Jesus zu folgen. Dabei erklärt er, dass diese Entscheidung nicht einfach eine emotionale Reaktion auf eine Predigt sein solle. Sie müsse eine ernsthafte Entscheidung gegenüber Gott sein. Er warnt davor, die Entscheidung lediglich wegen eines Predigers oder wegen einer Atmosphäre zu treffen. Es gehe um die persönliche Beziehung zu Gott.
Wer diese Entscheidung bewusst treffen wolle, solle dies als Zeichen gegenüber Gott und den Menschen zum Ausdruck bringen. Derek Prince macht gleichzeitig deutlich, dass eine solche Entscheidung Auswirkungen auf das weitere Leben haben werde. Sie könne neue Prioritäten hervorbringen und auch neue Beziehungen entstehen lassen. Manche Dinge würden möglicherweise auseinanderfallen, weil sich die Ausrichtung des Lebens verändere.
Im anschließenden Gebet wird Hebräer 4,12 aufgenommen. Das Wort Gottes sei lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert. Es dringe durch bis zur Scheidung von Seele und Geist und sei ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens. Derek Prince betet, dass dieses Wort in den Herzen der Menschen wirksam werde. Er bittet darum, dass das Wort Gottes die Herzen durchdringe und Seele und Geist unterscheide. Dadurch sollten die Menschen befähigt werden, ihre Seele zu verleugnen, sich selbst hinzugeben, das Kreuz aufzunehmen und Jesus auf eine neue Weise nachzufolgen.
Er betet außerdem, dass der Heilige Geist das Wort Gottes in den Herzen anwende und dass dieses Wort, das Jesus als Wahrheit bezeichnet, zum Richter über die Gedanken und Absichten des Herzens werde. Zum Schluss bittet Derek Prince darum, dass Gott sein Volk von einer fleischlichen Gesinnung, von einer irdischen Denkweise und von einem selbstzentrierten Leben befreie. Er schließt das Gebet im Namen Jesu.
Die Predigt führt mehrere Themen zusammen, die Derek Prince miteinander verbindet. Die erste große Warnung ist die Warnung vor Verführung. Satan arbeitet nach seiner Darstellung nicht hauptsächlich dadurch, dass er offen als Satan auftritt, sondern dadurch, dass er Menschen täuscht, ihnen schmeichelt, ihren Stolz anspricht und Dinge so erscheinen lässt, als kämen sie von Gott. Deshalb dürfen außergewöhnliche Erfahrungen, Zeichen, Wunder oder prophetische Aussagen niemals allein der Maßstab dafür sein, ob etwas von Gott kommt. Der entscheidende Maßstab ist das Wort Gottes.
Eine weitere zentrale Voraussetzung für Schutz vor Verführung ist nach Derek Prince eine leidenschaftliche Liebe zur Wahrheit. Wer die Wahrheit Gottes nicht wirklich liebt, kann sich von beeindruckenden Erscheinungen, falschen Propheten und übernatürlichen Erfahrungen in die Irre führen lassen. Dazu kommt die Forderung nach geistlicher Wachsamkeit. Das Beispiel Gideons zeigt für Derek Prince, dass Gott diejenigen gebrauchte, die selbst während des Trinkens wachsam blieben und ihre Waffen nicht aus der Hand legten. Die zweite große Linie der Predigt betrifft die Seele. Der Mensch kann von seinen eigenen Wünschen, Gedanken und Gefühlen bestimmt werden. Wenn sein christliches Leben immer stärker auf Wohlstand, Erfolg, Heilung, Glück und persönliche Segnungen ausgerichtet wird, kann sein Blick von Gott weg und auf sich selbst gerichtet werden.
Derek Prince beschreibt dies als eine Bewegung vom Geistlichen zum Irdischen, vom Irdischen zum Seelischen und schließlich zum Selbstbezogenen und Dämonischen. Als entscheidenden Schutz nennt er das Kreuz. Die Selbstverleugnung und das Aufnehmen des Kreuzes bedeuten für ihn, dass das eigene ungekreuzigte Ich nicht mehr die Herrschaft über das Leben besitzt. Der Christ soll nicht mehr in erster Linie von „ich will“, „ich denke“ und „ich fühle“ bestimmt werden, sondern von Jesus Christus und seinem Wort.
Damit schließt sich der Kreis zur ursprünglichen Warnung vor Verführung: Wachsamkeit, Demut, die Liebe zur Wahrheit, die Unterordnung unter das Wort Gottes und das Leben unter dem Kreuz gehören für Derek Prince zusammen. Seine abschließende Botschaft lautet, dass der Christ Jesus nicht am Kreuz vorbei nachfolgen kann. Das Kreuz ist für ihn nicht ein nebensächlicher Bestandteil des Glaubens, sondern das Zentrum des christlichen Lebens und zugleich der Ort, an dem das selbstbezogene Ich seinen Anspruch verliert. (Ende dieser Zusammenfassung)
Jetzt zeige ich einen Predigtausschnitt: Derek Prince – Diese Arten von Christen sind Kandidaten für die Täuschung
Derek Prince warnt in diesem Abschnitt zunächst davor, dass sich heutzutage viele Menschen durch verschiedene Tricks und scheinbar harmlose Angebote in den Okkultismus hineinlocken lassen. Er geht dabei sogar so weit, von einer Art „charismatischer Wahrsagerei“ zu sprechen. Damit meint er Situationen, in denen Menschen innerhalb eines christlichen oder charismatischen Umfeldes unbedingt ein persönliches Wort vom Herrn erhalten möchten und deshalb bereit sind, sich auf fragwürdige Wege einzulassen. Prince erklärt, dass bei solchen Praktiken manchmal tatsächlich etwas Wahres herauskommen könne und manchmal nicht. Genau darin sieht er eine besondere Gefahr. Es gehe nicht darum, grundsätzlich zu behaupten, dass es niemals geschehen könne, dass jemand durch einen anderen Menschen ein Wort vom Herrn empfängt. Das Problem bestehe vielmehr darin, dass der Wunsch nach einem persönlichen Wort einen Menschen dazu bringen könne, sich unnötigen und gefährlichen Risiken auszusetzen.
Er spricht deshalb von Menschen, die unbedingt eine prophetische Botschaft für ihr persönliches Leben bekommen möchten. Ein solcher Wunsch könne dazu führen, dass jemand seine eigene geistliche Prüfung vernachlässigt und sich zu sehr auf eine andere Person verlässt. Prince fordert die Zuhörer deshalb auf, sich selbst anhand einer von ihm aufgestellten Liste zu prüfen. Diese Liste sei nicht vollständig, könne aber zumindest einen Einblick darin geben, welche Menschen besonders leicht verführt werden könnten.
Als erste gefährdete Gruppe nennt Prince Menschen, die sich ausschließlich auf einen subjektiven Eindruck verlassen. Er beschreibt beispielsweise eine Situation, in der jemand eine prophetische Aussage hört und dabei ein sehr starkes positives Gefühl bekommt. Die Person könnte anschließend sagen: „Als dieser Bruder über mir prophezeite, fühlte ich mich so gut. Ich weiß, das muss vom Herrn gewesen sein.“ Prince warnt ausdrücklich vor dieser Schlussfolgerung. Ein gutes oder starkes Gefühl sei für sich genommen kein Beweis dafür, dass eine Aussage von Gott komme. Man könne nicht einfach aufgrund der eigenen inneren Reaktion behaupten, man wisse sicher, dass etwas vom Herrn sei.
Nach Prince ist es gefährlich, wenn ein Mensch seine subjektive Wahrnehmung mit Gewissheit verwechselt. Es gebe andere Kriterien, anhand derer eine Aussage geprüft werden müsse. Ein Gefühl könne Teil einer persönlichen Reaktion sein, aber es dürfe nicht als alleinige Grundlage für die Beurteilung einer prophetischen Botschaft dienen. Damit richtet Prince den Blick weg von der Frage „Wie hat sich das für mich angefühlt?“ hin zu der Frage, anhand welcher objektiveren Kriterien eine Aussage geprüft werden kann.
Als zweite Gruppe nennt Prince Menschen, die sich nur auf menschliche Leiter verlassen. Er beschreibt die Haltung: „Wenn ein bestimmter Mann es sagt, dann glaube ich es.“ Auch diese Einstellung hält er für sehr gefährlich. Kein menschlicher Leiter sei unfehlbar. Prince schließt sich selbst ausdrücklich in diese Aussage ein. Er sagt, dass auch er kein unfehlbarer Leiter sei. Er möchte nicht, dass Menschen etwas lediglich deshalb glauben, weil er selbst es gesagt habe.
Gerade an diesem Punkt macht er deutlich, wie er sich selbst verstanden wissen möchte. Menschen sollen nach seiner Aussage nicht auf seine persönlichen Eindrücke oder seine Autorität als Prediger vertrauen, sondern auf die Heilige Schrift verwiesen werden. Er erklärt sinngemäß, dass diejenigen, die ihn kennen, wissen würden, dass er immer darauf achte, die Menschen auf die Bibel hinzuweisen. Seine eigene Aussage solle nicht an die Stelle der Schrift treten. Damit richtet sich seine Warnung nicht nur gegen andere Prediger oder geistliche Leiter. Sie gilt ebenso für die Haltung der Zuhörer selbst. Ein Christ solle nicht denken: „Dieser Prediger hat es gesagt, deshalb muss es stimmen.“ Stattdessen müsse auch die Aussage eines angesehenen geistlichen Leiters geprüft werden.
Die dritte Gruppe besteht nach Prince aus Menschen, die übernatürliche Zeichen automatisch als Garantie für die Wahrheit einer Botschaft ansehen. Er erinnert erneut an die Worte Jesu, dass falsche Propheten auftreten und große Zeichen und Wunder tun werden. Gerade deshalb könne die Tatsache, dass etwas Übernatürliches geschieht, nicht automatisch beweisen, dass die Person, durch die dieses Ereignis geschieht, ein wahrer Prophet Gottes ist. Prince betont, dass ein übernatürliches Ereignis zwar beeindruckend sein könne, aber allein dadurch noch nicht feststehe, dass die Botschaft oder derjenige, der sie verkündet, von Gott sei.
Er warnt deshalb vor der Schlussfolgerung: „Es ist etwas Übernatürliches geschehen, also muss es von Gott sein.“ Diese Schlussfolgerung sei nicht ausreichend. Auch hier müsse eine weitere Prüfung stattfinden. Damit knüpft Prince an seine vorherige ausführliche Warnung vor Verführung an. Die spektakuläre Natur eines Ereignisses dürfe nicht dazu führen, dass ein Mensch seine geistliche Prüfung einstellt.
Als vierte Gruppe nennt Prince Menschen, die aufgrund persönlichen Ehrgeizes besonders empfänglich für Schmeicheleien sind. Er erinnert an eine biblische Aussage über Schmeichelei. Ein Mensch, der seinem Nächsten schmeichelt, breite damit ein Fangnetz vor dessen Füßen aus. Prince sieht Schmeichelei deshalb nicht einfach als harmlose Freundlichkeit, sondern als etwas, das einen Menschen in eine Falle führen kann. An dieser Stelle spricht er besonders über Prediger. Er erklärt, dass die meisten seiner Zuhörer keine Prediger seien und deshalb möglicherweise nicht wüssten, wie sehr Prediger Wertschätzung und Anerkennung schätzen könnten.
Prince stellt klar, dass es grundsätzlich nichts Falsches daran sei, wenn ein Prediger Wertschätzung wünsche. Es sei verständlich und menschlich, wenn jemand wissen möchte, dass seine Arbeit geschätzt wird. Die Gefahr bestehe jedoch darin, dass man sich die Wertschätzung am falschen Ort suche. Wenn ein Mensch unbedingt Anerkennung, Bestätigung oder Bewunderung erhalten möchte, könne er dadurch für Schmeichelei empfänglich werden. Prince warnt davor, sich an etwas zu klammern, von dem man besser die Finger lassen sollte. Ein Mensch, der unbedingt hören möchte, wie besonders, wichtig oder begabt er sei, könne dadurch leichter manipuliert werden. Gerade persönliche Wünsche nach Anerkennung könnten deshalb zu einer Schwachstelle werden. Der Wunsch nach Wertschätzung an sich sei nicht das Problem. Problematisch werde es, wenn dieser Wunsch so stark werde, dass ein Mensch dadurch seine geistliche Urteilskraft verliere.
Als fünfte Gruppe nennt Prince Menschen, die Leid und Verfolgung kategorisch ausschließen wollen. Er warnt davor, wenn Christen davon ausgehen, dass ein Leben mit Gott grundsätzlich frei von Leiden, Schwierigkeiten oder Verfolgung sein müsse. Nach seiner Darstellung werden Menschen, die eine solche Möglichkeit von vornherein ausschließen, früher oder später leichter in die Irre geführt werden. Der Grund dafür liegt für Prince darin, dass die Bibel Christen ausdrücklich darauf vorbereitet, dass sie mit Leiden und Verfolgung konfrontiert werden können.
Er verweist in diesem Zusammenhang auf den ersten Petrusbrief und auf die Aussage, dass Christus im Fleisch gelitten hat und die Gläubigen sich mit derselben Gesinnung wappnen sollen. Prince versteht diese Aussage als Aufforderung, sich innerlich darauf vorzubereiten, dass Leiden zum christlichen Leben gehören kann. Er formuliert seine Schlussfolgerung sehr deutlich: Christen müssten damit rechnen, dass sie irgendwann mit Leiden oder Verfolgung konfrontiert werden. Wer dagegen davon ausgehe, dass so etwas für einen Christen niemals geschehen dürfe, könne durch die tatsächliche Erfahrung von Leid völlig unvorbereitet getroffen werden.
Prince beschreibt dies mit dem Bild, dass viele Christen heute „unbewaffnet“ in die Welt geschickt würden. Sie seien nicht darauf vorbereitet worden, dass Leid tatsächlich vorkommen könne. Nach seiner Aussage sei Leid nicht einfach ein Beweis dafür, dass Gott einen Menschen verlassen habe. Vielmehr könne Leiden ein Teil des christlichen Lebens und auch ein Teil von Gottes Handeln an einem Menschen sein. Daraus zieht Prince eine besonders deutliche Schlussfolgerung: Jeder, der ausschließlich Gutes verspricht und keinerlei Leid, Schwierigkeiten oder Verfolgung erwähnt, sei seiner Meinung nach ein falscher Prophet.
Er richtet diese Aussage gegen eine Botschaft, die den Menschen ausschließlich angenehme Ergebnisse verspricht. Eine Verkündigung, die grundsätzlich garantiert, dass ein Christ keine Schwierigkeiten haben werde, widerspreche nach seiner Darstellung der biblischen Vorbereitung auf Leiden.
Als sechste und letzte Gruppe nennt Prince Menschen, die die Heilige Schrift nicht kennen. Er macht zunächst einen Unterschied zwischen Menschen, die in abgelegenen Ländern leben und möglicherweise überhaupt keine Bibel besitzen, und Menschen, die in einer Situation leben, in der die Bibel problemlos verfügbar ist. Bei Menschen, die keine Bibel besitzen und dennoch verfolgt werden oder Gott suchen, vertraut Prince darauf, dass Gott ihnen gegenüber gnädig sein wird.
Für diejenigen jedoch, die Zugang zur gesamten Bibel haben, sieht er eine andere Verantwortung. Wenn die Heilige Schrift ohne weiteres zur Verfügung steht, müsse der Mensch sie auch kennenlernen und studieren. Prince warnt deshalb ausdrücklich davor, die Bibel nicht zu kennen. Wer die Schrift nicht studiere, setze sich nach seiner Aussage einer größeren Gefahr aus, in die Irre geführt zu werden. Er formuliert dies sehr deutlich und sagt sogar, dass Menschen, die die Bibel kennen könnten, sich aber nicht mit ihr beschäftigen, geradezu „verdienen“ würden, getäuscht zu werden. Damit möchte er die Verantwortung des einzelnen Christen für die eigene Kenntnis der Heiligen Schrift unterstreichen. Für Prince kann ein Christ nicht ausschließlich von Predigten, persönlichen Eindrücken, prophetischen Aussagen oder den Worten anderer Menschen leben. Er muss selbst wissen, was die Bibel sagt.
Zum Ende des Ausschnitts wiederholt Prince seine Liste noch einmal, diesmal ausdrücklich ohne seine weiteren Kommentare. Er nennt sechs Gruppen von Menschen, die nach seiner Einschätzung besonders leicht in die Irre geführt werden können: Erstens sind es Menschen, die sich nur auf einen subjektiven Eindruck verlassen und beispielsweise aufgrund eines guten Gefühls davon ausgehen, dass eine Aussage automatisch von Gott stammen müsse.
Zweitens sind es Menschen, die ausschließlich auf menschliche Leiter schauen und etwas allein deshalb glauben, weil eine bestimmte geistliche Autorität es gesagt hat.
Drittens sind es Menschen, die übernatürliche Zeichen und Wunder als Garantie für Wahrheit betrachten und deshalb davon ausgehen, dass eine übernatürliche Erscheinung automatisch beweist, dass die betreffende Person von Gott gesandt ist.
Viertens sind es Menschen, die aufgrund persönlichen Ehrgeizes empfänglich für Schmeichelei sind und deshalb besonders leicht durch Anerkennung, Bewunderung oder persönliche Bestätigung beeinflusst werden können.
Fünftens sind es Menschen, die Leid und Verfolgung grundsätzlich ausschließen und deshalb nicht darauf vorbereitet sind, dass Leiden nach der biblischen Darstellung zum christlichen Leben gehören kann.
Sechstens sind es Menschen, die die Heilige Schrift nicht kennen und deshalb keinen ausreichenden biblischen Maßstab besitzen, anhand dessen sie Aussagen, Prophezeiungen und geistliche Erfahrungen prüfen können.
Der gesamte Abschnitt führt damit erneut zu dem grundlegenden Thema zurück, das Derek Prince in seiner Predigt behandelt: die Gefahr der Verführung. Er zeigt anhand verschiedener Menschentypen, dass Verführung nicht nur durch offensichtliche Irrlehre entstehen kann. Ein Mensch kann auch durch seine eigenen Gefühle, durch übermäßiges Vertrauen in geistliche Leiter, durch die Faszination für übernatürliche Zeichen, durch den Wunsch nach Anerkennung, durch eine falsche Erwartung eines leidensfreien christlichen Lebens oder durch mangelnde Kenntnis der Bibel verwundbar werden.
Besonders deutlich wird dabei erneut seine Betonung der Heiligen Schrift. Prince möchte nicht, dass seine eigenen Aussagen einfach deshalb geglaubt werden, weil er sie als Prediger ausspricht. Ebenso wenig soll ein Mensch eine prophetische Aussage allein aufgrund eines Gefühls oder eines übernatürlichen Ereignisses annehmen. Die Prüfung müsse vielmehr anhand weiterer Kriterien erfolgen, wobei die Kenntnis des Wortes Gottes eine entscheidende Grundlage bildet. Der Ausschnitt endet mit der wiederholten Aufzählung dieser sechs Gruppen und stellt damit eine Art Selbstprüfung für die Zuhörer dar. Jeder Einzelne soll prüfen, ob er sich möglicherweise durch subjektive Eindrücke, menschliche Autoritäten, Zeichen und Wunder, Schmeichelei, eine Ablehnung von Leid oder durch mangelnde Kenntnis der Heiligen Schrift für Verführung empfänglich macht.
Derek Prince beginnt mit einer Proklamation aus Daniel 2,20–22. Dabei wird Gott als derjenige beschrieben, dem Weisheit und Macht gehören, der Zeiten und Stunden verändert, Könige absetzt und Könige einsetzt, den Weisen Weisheit gibt und verborgene Dinge offenbart. Prince empfiehlt den Zuhörern, das Wort Gottes regelmäßig zu proklamieren. Er berichtet, dass er und seine Frau Rut schwere Krankheiten durchgemacht hätten und sich in diesen Zeiten besonders auf die Verheißung aus Psalm 118,17 berufen hätten: „Ich werde nicht sterben, sondern leben und die Taten Gottes verkündigen.“ Für Prince besitzt das ausgesprochene Wort Gottes dabei eine besondere Bedeutung und Autorität.
Nach einer kurzen persönlichen Geschichte über das Tanzen im Gottesdienst und darüber, dass ihn dieses Tanzen von Menschenfurcht befreit habe, leitet Prince zu seiner eigentlichen Botschaft über. Er bezeichnet diese Botschaft als sehr ernst und beginnt mit 1. Johannes 5,19. Dort wird ausgesagt, dass die Gläubigen aus Gott sind, während die ganze Welt „im Argen“ liegt beziehungsweise unter der Macht des Bösen steht. Prince erklärt, dass er die Menschheit aus biblischer Sicht in zwei Gruppen einteilt. Die eine Gruppe besteht aus Menschen, die durch Jesus Christus zu Gott gehören und sich unter die rechtmäßige Herrschaft Jesu gestellt haben. Die andere Gruppe besteht aus den Menschen, die nicht unter der Herrschaft Jesu stehen und sich damit weiterhin in Rebellion gegen Gott befinden. Für Prince liegt die Welt außerhalb der Gläubigen unter der Herrschaft Satans.
Anschließend stellt er die Frage, wie Satan diese Kontrolle ausübt. Er verweist auf Offenbarung 12,9, wo Satan als Drache, alte Schlange, Teufel und Satan bezeichnet wird und davon gesprochen wird, dass er den ganzen Erdkreis verführt. Prince kommt daraus zu seiner zentralen Aussage: Verführung ist Satans größte Waffe. Satan kündigt seine Verführung nicht vorher an, sondern kommt auf eine Weise, durch die Menschen seine Absicht zunächst nicht erkennen. Er könne sogar als „Engel des Lichts“ erscheinen. Verführung könne durch neue Offenbarungen, außergewöhnliche Erfahrungen, besondere Bewegungen oder durch Schmeichelei erfolgen. Besonders häufig werde dabei der menschliche Stolz angesprochen, etwa durch den Gedanken, eine bestimmte Person sei geistlicher als andere oder gehöre zu einer Bewegung, die etwas ganz Besonderes für Gott erreichen werde.
Danach führt Prince zu Matthäus 24. Die Jünger hatten Jesus nach dem Zeichen seiner Wiederkunft und nach dem Ende des Zeitalters gefragt. Prince betont, dass Jesus in seiner Antwort innerhalb von nur 21 Versen viermal vor Verführung warnt.
Zunächst sagt Jesus: „Seht zu, dass euch niemand verführe.“ Danach warnt er davor, dass viele unter seinem Namen kommen und behaupten würden, Christus zu sein, und viele verführen würden. In Vers 11 warnt Jesus vor falschen Propheten, die viele verführen werden. Schließlich heißt es in Vers 24, dass falsche Christusse und falsche Propheten auftreten und große Zeichen und Wunder tun werden, um womöglich sogar die Auserwählten zu verführen. Prince sieht darin eine besondere Warnung für Christen, die außergewöhnliche übernatürliche Erfahrungen automatisch mit dem Wirken Gottes gleichsetzen. Er vertritt die Auffassung, dass gerade in charismatischen Kreisen die Gefahr bestehen könne, etwas allein deshalb als von Gott stammend anzunehmen, weil es übernatürlich erscheint. Nach seiner Darstellung können aber auch falsche Propheten außergewöhnliche Zeichen und Wunder hervorbringen. Deshalb seien Zeichen und Wunder für sich genommen kein ausreichender Beweis dafür, dass eine Botschaft wahr ist. Prince erklärt anschließend, dass er über eine bestimmte Form der Verführung sprechen möchte, die sowohl in der Welt als auch innerhalb der Gemeinde wirksam sei. Er nennt sie Humanismus.
Prince beschreibt, wie er selbst früher Humanismus zunächst für eine relativ harmlose Tätigkeit idealistischer Gelehrter gehalten habe. Später habe er jedoch eine Definition gelesen, nach der Humanismus die Verleugnung jeglicher Kraft oder moralischer Wertmaßstäbe außerhalb des Menschen und die Ablehnung von Religion zugunsten eines Glaubens an den fortschreitenden Fortschritt der Menschheit durch ihre eigene Kraft beinhalte. Besonders die Begriffe „Verleugnung“ und „Zurückweisung“ seien ihm dabei aufgefallen. Für Prince bedeutet Humanismus deshalb eine bewusste Zurückweisung Gottes und seiner Autorität. Er bezeichnet ihn als eine Form offener Rebellion gegen Gott und möchte zeigen, wie diese Denkweise funktioniert und wie Menschen unter ihren Einfluss geraten können, ohne es selbst zu bemerken. Dazu geht er zurück zu Adam und Eva und zur Versuchung in 1. Mose 3.
Unter Bezugnahme auf 1. Johannes 2,16 nennt Prince drei grundlegende Bereiche der Versuchung: die Lust des Fleisches, die Lust der Augen und den Stolz des Lebens. Die Lust des Fleisches bezieht er auf körperliche Bedürfnisse und Begierden. Die Lust der Augen bezieht sich auf Dinge, die ein Mensch begehrt, sobald er sie sieht. Der Stolz des Lebens betrifft alles, was das eigene Ego vergrößern und den Menschen in seinen eigenen Augen erhöhen soll. Prince zeigt diese drei Bereiche anschließend an der Versuchung Evas. Satan begann nach seiner Darstellung nicht sofort mit einer offenen Leugnung des Wortes Gottes. Er stellte zunächst eine Frage: „Hat Gott wirklich gesagt?“ Damit wurde das Wort Gottes subtil infrage gestellt.
Für Prince liegt hier ein entscheidender Punkt. Sobald der Mensch beginnt, sich auf die Frage einzulassen, ob Gott etwas wirklich so gesagt habe, sei die Grundlage für weitere Verführung gelegt. Satan gehe anschließend von der Frage zur direkten Leugnung über: „Ihr werdet sicherlich nicht sterben.“ Prince zieht hier eine Parallele zur modernen Theologie. Auch diese habe nach seiner Darstellung mit Fragen begonnen, beispielsweise mit der Frage, wie die Bibel verstanden werden müsse, ob bestimmte Aussagen wirklich so gemeint seien oder ob kulturelle Elemente berücksichtigt werden müssten. Nach seiner Darstellung könne aus solchen Fragen schließlich eine vollständige Verleugnung biblischer Aussagen entstehen. Er warnt deshalb davor, mit dem Teufel zu diskutieren, weil dieser dem Menschen überlegen sei, wenn es darum gehe, ihn zu verführen.
Bei Eva sieht Prince anschließend die drei Bereiche aus 1. Johannes 2,16 wieder: Der Baum war gut zur Speise, was er mit der Lust des Fleisches verbindet; er war eine Lust für die Augen; und er erschien begehrenswert, weil er klug beziehungsweise wissend machen sollte, was Prince dem Stolz des Lebens beziehungsweise der Selbstüberhebung zuordnet.
Prince sieht hinter dem Sündenfall vor allem den Wunsch des Menschen, unabhängig von Gott zu sein. Adam und Eva wollten nicht länger vollständig von Gott abhängig sein. Sie wollten selbst entscheiden können, was gut und böse ist. Damit verbindet Prince den Begriff Humanismus. Für ihn liegt das innerste Wesen des Humanismus darin, dass der Mensch selbst festlegen möchte, was gut und böse ist, anstatt sich dem von Gott gesetzten Maßstab zu unterordnen. Er erklärt, dass dieser Drang zur Unabhängigkeit seiner Auffassung nach tief in der menschlichen Natur vorhanden sei. Adam und Eva hätten versucht, durch Wissen unabhängig von Gott zu werden. Sie wollten eigene Wertmaßstäbe aufrichten und selbst entscheiden können, was richtig und falsch ist. Damit verbindet Prince Humanismus unmittelbar mit dem biblischen Sündenfall.
Anschließend kehrt Prince zu 2. Thessalonicher 2 zurück und spricht über den kommenden Gesetzlosen beziehungsweise Antichristen. Sein Auftreten werde nach dem Wirken Satans erfolgen, begleitet von betrügerischen Kräften, Zeichen, Wundern und Verführung. Prince bezeichnet diese als Lügenwunder. Ein Lügenwunder sei ein Wunder, das einer Lüge Glaubwürdigkeit verleihe. Demgegenüber bestätige Gott sein Wort durch wahre Zeichen. Deshalb betont Prince mehrfach: Zeichen und Wunder sind kein Beweis für Wahrheit.
Der einzige Maßstab für Wahrheit sei nach seiner Darstellung das Wort Gottes. Er verweist auf Jesu Aussage aus Johannes 17,17: „Dein Wort ist die Wahrheit“, sowie auf Psalm 119,89, wonach Gottes Wort für ewig in den Himmeln gegründet ist. Damit stellt Prince das Wort Gottes über jede außergewöhnliche Erfahrung, jedes Zeichen, jedes Wunder und jede menschliche Behauptung.
In 2. Thessalonicher 2,10 sieht Prince den eigentlichen Grund für die Verführung: Menschen gehen verloren, weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben. Er bezeichnet diese Liebe zur Wahrheit als den einzigen wirklichen Schutz vor Verführung. Dabei gehe es nicht lediglich darum, gelegentlich die Bibel zu lesen oder einmal am Wochenende einen Gottesdienst zu besuchen. Es gehe um eine leidenschaftliche und kompromisslose Liebe zur Wahrheit der Heiligen Schrift.
Prince fordert die Zuhörer deshalb indirekt zur Selbstprüfung auf. Die entscheidende Frage sei, ob in einem Menschen tatsächlich eine leidenschaftliche Liebe zur Wahrheit vorhanden sei und ob er innerlich sofort Widerstand empfinde, wenn etwas dem Wort Gottes widerspricht. Danach verweist er auf 2. Thessalonicher 2,11. Weil Menschen die Wahrheit nicht angenommen haben, sendet Gott ihnen nach diesem Text kräftigen Irrtum, sodass sie der Lüge glauben.Prince bezeichnet dies als eines der ernstesten Gerichte Gottes: Der Mensch wolle die Wahrheit nicht glauben, und deshalb werde er schließlich der Lüge überlassen.
Prince hebt hervor, dass Paulus nicht einfach von irgendeiner Lüge spricht, sondern von „der Lüge“. Er erklärt diese Lüge mit den Worten: „Du wirst sein wie Gott“ beziehungsweise „Du wirst Gott sein.“ Für Prince ist dies das grundlegende Angebot Satans an die Menschheit. Bereits in Eden hatte Satan Eva versprochen, dass sie wie Gott sein werde und Gut und Böse erkennen könne.
Prince sagt, dass diese alte Lüge bis heute funktioniert. Sie sei in unterschiedlichen religiösen und geistigen Bewegungen zu finden. Er nennt unter anderem die Mormonen und die Freimaurerei und behauptet, dass dort letztlich die Vorstellung vermittelt werde, der Mensch könne selbst göttlich werden.Er sieht den gemeinsamen Nenner dieser Lüge im Stolz. Der Mensch wolle nicht von Gott abhängig sein, sondern selbst erhöht und unabhängig sein. Prince kritisiert in diesem Zusammenhang auch bestimmte charismatische Prediger, die nach seiner Darstellung lehren, Menschen seien „kleine Götter“. Er bezeichnet diese Lehre als eine Ausprägung derselben alten Lüge.
Nach Prince liegt die Lösung für den Drang des Menschen nach Unabhängigkeit im Kreuz. Er verweist auf Galater 5,24: „Welche aber Christus angehören, die haben das Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Begierden.“ Nach seiner Darstellung gibt es für die rebellische menschliche Natur keinen anderen Weg als den Tod, nämlich den Tod am Kreuz. Der alte Mensch sei mit Christus gekreuzigt worden, und der Gläubige müsse diese Tatsache persönlich auf sein eigenes Leben anwenden. Für Prince besteht das Kennzeichen eines wirklichen Christen deshalb nicht darin, einer bestimmten Denomination anzugehören, eine bestimmte Gemeinde zu besuchen oder lediglich einer bestimmten theologischen Lehrmeinung zuzustimmen. Das entscheidende Kennzeichen sei vielmehr, dass der Mensch die Botschaft des Kreuzes angenommen und angewandt habe und dass sein rebellischer Drang, unabhängig von Gott zu sein, gekreuzigt werde.
Danach wendet sich Prince erneut 2. Thessalonicher 2 zu. Er spricht über den kommenden „Menschen der Gesetzlosigkeit“ und den vorhergehenden Abfall. Er erklärt den Begriff „Apostasie“ beziehungsweise „Apostasia“ und verbindet ihn mit einem Abfall von der Wahrheit. Nach seiner Auslegung müsse zunächst ein Abfall in der Gemeinde Jesu stattfinden, bevor der Antichristus offenbart werde. Solange die Gemeinde am Wort Gottes und an der darin offenbarten Wahrheit festhalte, bilde sie nach Princes Darstellung eine Art Schranke gegen das Auftreten des Antichristen. Wenn die Gemeinde jedoch vom Wort Gottes abweiche, werde dieser Weg zunehmend geöffnet. Prince erklärt, dass er einen solchen Abfall in der Kirche bereits weit fortgeschritten sehe.
Anschließend beschäftigt sich Prince ausführlicher mit der Verbindung zwischen Humanismus und dem antiken Griechenland. Er berichtet aus seinem eigenen Bildungsweg, dass er bereits als Kind Griechisch gelernt und später klassische griechische Sprache studiert habe. In der englischen Bildungstradition sei die Kenntnis der klassischen Sprachen lange Zeit ein Kennzeichen höherer Bildung gewesen. Er erzählt außerdem von seinem Aufenthalt in London und davon, dass ihm seine Frau Rut bei einem Spaziergang rund um den Buckingham Palace bewusst gemacht habe, wie stark die dortigen Statuen und Kunstwerke vom antiken Griechenland geprägt seien. Prince selbst sei durch die lange Gewöhnung an diese Umgebung zunächst nicht mehr aufgefallen, wie stark die griechische Kultur dort präsent sei.
Anschließend verweist er auf Daniel 2 und das Standbild aus Nebukadnezars Traum. Die verschiedenen Teile des Standbildes stehen nach der von Prince dargestellten Auslegung für verschiedene heidnische Weltreiche: Babylon, Medo-Persien, Griechenland und Rom. Besonders betont er Griechenland. Militärisch habe Rom Griechenland erobert, kulturell habe jedoch Griechenland Rom erobert. Das Denken des antiken Griechenlands habe sich nach seiner Darstellung tief in die europäische und westliche Zivilisation eingeprägt. Prince bezeichnet diese Entwicklung als einen wichtigen Hintergrund des Humanismus.
Prince nennt drei Merkmale, die er mit der griechischen Kultur verbindet: Rationalismus, Sport und Homosexualität. Er behauptet, diese Elemente hätten auch in der modernen westlichen Gesellschaft eine starke Bedeutung. Danach führt er mehrere griechische Philosophen an. Bei Heraklit hebt er den Gedanken hervor, dass alles im Fluss sei. Prince verbindet diese Denkweise mit dem Relativismus: Alles sei relativ, nichts bleibe dauerhaft fest und nichts sei unveränderlich.
Nach seiner Darstellung führt diese Denkweise dazu, dass auch moralische Wertmaßstäbe ständig verändert werden. Was an einem Tag als richtig gelte, könne am nächsten Tag bereits als falsch angesehen werden. Als zweiten Gedanken nennt Prince die Aussage: „Der Mensch ist das Maß aller Dinge.“ Für ihn fasst dieser Satz den Humanismus zusammen. Wenn der Mensch selbst zum Maßstab wird, entscheidet nicht mehr Gott über Wahrheit und Moral, sondern der Mensch selbst.
Zusammen mit dem Relativismus führe dies nach Prince zu einer Gesellschaft, in der es keine dauerhaft gültigen moralischen Maßstäbe mehr gebe.Aristoteles erwähnt Prince ebenfalls und hebt dabei besonders die Rolle des Verstandes hervor. Insgesamt sieht er das Denken der griechischen Philosophie als eine der prägenden Kräfte der westlichen Kultur.
Als Nächstes zitiert Prince Jesaja 5,20–21. Dort wird gewarnt vor Menschen, die Böses gut und Gutes böse nennen, Finsternis für Licht und Licht für Finsternis erklären und sich selbst für weise halten. Für Prince liegt das Grundproblem im Stolz des Menschen. Menschen halten sich selbst für klug und glauben, die Antworten zu besitzen. Dadurch kehren sie nach seiner Darstellung Gottes Wertmaßstäbe um.
Prince sagt, er habe während seines Lebens eine Entwicklung beobachtet, bei der sich das Verhältnis der Gesellschaft zu biblischen moralischen Maßstäben grundlegend verändert habe. Während früher in Großbritannien vieles, was die Bibel als böse bezeichnete, auch gesellschaftlich als böse angesehen worden sei, habe sich dies seiner Darstellung nach inzwischen umgekehrt. Heute werde das Gute als böse und das Böse als gut bezeichnet. Prince verbindet diese Entwicklung mit dem relativistischen Denken, das er zuvor beschrieben hat.
Danach wendet sich Prince Jesaja 59,14–15 zu. Dort heißt es sinngemäß, dass das Recht verdrängt wurde, die Wahrheit auf dem Markt strauchelt und die Redlichkeit keinen Eingang findet. Prince sieht darin ein Bild der gegenwärtigen Gesellschaft. Er spricht davon, dass Wahrheit in den Medien nicht mehr ausreichend berücksichtigt werde und dass Geschichte nach seiner Auffassung teilweise mit Unwahrheiten neu geschrieben werde.
Er nennt als Beispiel die Behauptung, Jesus sei ein Palästinenser gewesen, und kritisiert, dass diese Aussage von Medien seiner Darstellung nach weitgehend nicht infrage gestellt worden sei. Anschließend sagt Prince, dass Menschen, die sich mit der Wahrheit identifizieren und sich weigern, am Bösen teilzunehmen, mit Widerstand und Verfolgung rechnen müssten. Man müsse nichts Spektakuläres tun, um zum Ziel von Widerstand zu werden; es könne bereits genügen, sich zu weigern, Böses mitzumachen. Er nennt als Beispiel einen Jungen in den Vereinigten Staaten, der eine Bibel mit in die Schule genommen habe und dafür bestraft worden sei, während andere Inhalte, die Prince als okkult bezeichnet, dort unterrichtet würden. Daraus leitet er die Warnung ab, dass Christen sich auf eine zunehmend antichristliche Atmosphäre einstellen müssten.
Anschließend wendet Prince seine Kritik ausdrücklich auf die Kirche an. Humanismus in der Kirche bedeute für ihn, dass biblische Wahrheit und biblische Maßstäbe zurückgewiesen werden. Der Mensch werde an die Stelle Gottes gesetzt und entscheide selbst, welche Aussagen Gottes akzeptabel seien und welche nicht. Als Beispiel nennt Prince eine anglikanische Kirche in Neuseeland, die nach seiner Darstellung neutestamentliche Bezüge auf Israel aus der Bibel gestrichen habe. Er sieht darin eine Form menschlicher Zensur gegenüber dem Wort Gottes.
Er betont, dass diese Entwicklung seiner Meinung nach nicht auf Neuseeland beschränkt sei, sondern auch in verschiedenen Denominationen in Deutschland vorkomme. Für Prince steht dahinter der „Geist des Antichristen“, der innerhalb der Kirche wirksam sei. Deshalb müsse man sehr genau darauf achten, wem man Glauben schenke. Auch Menschen, die innerhalb der Kirche hohes Ansehen genießen, könnten nach seiner Darstellung dem Wort Gottes nicht treu sein. Wiederholt kehrt Prince zu seinem zentralen Schutz vor Verführung zurück: die Liebe zur Wahrheit.
Danach nennt Prince einen weiteren Bereich, in dem sich Humanismus auswirke: das Familienleben und insbesondere die Ehe. Er bezeichnet die Beziehung zwischen Mann und Frau sowie die Beziehung zwischen Eltern und Kindern als den grundlegenden Kern der menschlichen Gesellschaft. Wenn dieser Kern zerbreche, werde nach seiner Auffassung auch die Gesellschaft insgesamt instabil. Prince erklärt deshalb, dass dieser Bereich besonders angegriffen werde.
Er wendet sich Matthäus 19 zu. Die Pharisäer fragen Jesus, ob es erlaubt sei, die eigene Frau aus irgendeinem Grund zu entlassen. Jesus verweist in seiner Antwort nicht auf die Kultur seiner Zeit, sondern auf die Schöpfungsordnung: „Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer die Menschen am Anfang als Mann und Weib erschuf?“ Prince betont deshalb, dass Jesus selbst auf 1. Mose zurückgreift. Für ihn ist das biblische Muster der Ehe keine kulturelle Erfindung und könne nicht durch gesellschaftliche Veränderungen verändert werden. Unterschiedliche Völker könnten Hochzeiten auf unterschiedliche Weise feiern, doch das Wesen der Ehe bleibe nach seiner Darstellung dasselbe. Prince warnt davor, das Wort „kulturell“ zu benutzen, um die Autorität der Bibel zu untergraben.
Anschließend verweist Prince auf 1. Korinther 11,3: „Christus ist eines jeglichen Mannes Haupt, der Mann aber des Weibes Haupt, Gott aber Christi Haupt.“ Er erklärt, Paulus gehe dabei nicht lediglich auf die Kultur des ersten Jahrhunderts zurück, sondern leite dieses Muster aus der Beziehung innerhalb der Gottheit ab. Daraus ergibt sich nach Princes Darstellung eine Ordnung: Gott als Haupt Christi, Christus als Haupt des Mannes und der Mann als Haupt der Frau. Prince betont, dass er diese Aussage nicht als kulturell bedingt versteht.
Er verweist außerdem auf 1. Korinther 14,37, wo Paulus sagt, dass jemand, der sich für einen Propheten oder geistbegabt hält, erkennen solle, dass das, was Paulus schreibt, ein Gebot des Herrn ist. Prince betont deshalb, dass es sich nach seiner Auffassung nicht lediglich um eine private Meinung des Apostels oder um eine kulturelle Besonderheit des ersten Jahrhunderts handelt.
Zum Abschluss führt Prince zu den letzten Versen des Alten Testaments in Maleachi 3 beziehungsweise 4. Er hebt hervor, dass die letzten Worte des Alten Testaments mit einer Warnung vor einem Fluch verbunden seien. Im Zusammenhang damit stehe die Wiederherstellung zerbrochener Familienbeziehungen. Maleachi kündigt an, dass Gott den Propheten Elia senden werde, bevor der große und furchtbare Tag des Herrn komme. Elia werde das Herz der Väter zu den Kindern und das Herz der Kinder zu den Vätern wenden.
Für Prince liegt darin eine außerordentlich wichtige Aussage. Der drohende Fluch stehe in Verbindung mit zerbrochenen Beziehungen zwischen Eltern und Kindern, insbesondere zwischen Vätern und ihren Kindern. Er betont deshalb die besondere Verantwortung der Väter. Die Wiederherstellung beginne nach der Aussage des Propheten damit, dass das Herz der Väter den Kindern zugewandt werde. Prince erklärt, dass die Familie für das Schicksal der Gesellschaft von grundlegender Bedeutung sei. Wenn die Familie auseinanderbreche, könne nach seiner Darstellung auch die Gesellschaft nicht dauerhaft gesund bleiben.
Zum Schluss wendet sich Prince Sacharja 9,13 zu. Er legt die Aussage über die „Söhne Zions“ und die „Söhne Griechenlands“ als einen geistlichen Konflikt aus. Die „Söhne Griechenlands“ verbindet er mit dem Humanismus. Die „Söhne Zions“ versteht er dagegen als Menschen, die Gott ernst nehmen, glauben, dass Gott meint, was er sagt, und sich seinem Wort unterordnen. Prince erwartet, dass Gott eine Gruppe von Menschen erwecken werde, die das Wort Gottes wirklich ernst nehmen. Dabei sieht er eine mögliche Verbindung zwischen Juden und Nichtjuden, die beide an Gottes Wort festhalten.
Besonders betont er, dass Christen, die glauben, dass Gottes Aussagen über Israel tatsächlich Israel gelten, gemeinsam mit gläubigen Juden eine geistliche Einheit bilden könnten. Er sagt ausdrücklich, dass, wenn Gott „Israel“ sagt, er nach seiner Überzeugung nicht die Kirche meint, sondern Israel. Prince sieht deshalb die „Söhne Zions“ und die „Söhne Griechenlands“ als zwei gegensätzliche geistliche Lager. Der Konflikt zwischen diesen beiden Kräften entwickle sich seiner Auffassung nach bereits vor den Augen der Menschen.
Wer zu den „Söhnen Zions“ gehöre, müsse nach Prince mit Widerstand rechnen. Er warnt davor, dass solche Menschen falsch dargestellt, mit falschen Anschuldigungen konfrontiert und von den Medien angegriffen werden könnten. Am Ende verbindet er diese Erwartung mit Israel. Die großen Belastungen und Krisen, die Israel nach seiner Darstellung erlebt, könnten dazu beitragen, dass diejenigen hervortreten, die Gott und sein Wort wirklich ernst nehmen. Die Predigt endet mit der Frage: „Wo gehörst du hin? Bist du ein Sohn Zions oder ein Sohn Griechenlands?“ Prince schließt mit dem Gedanken, dass gerade der Druck, der auf Israel und auf Gottes Volk liegt, dazu beitragen werde, dass die „Söhne Zions“ hervorkommen.
Update vom 6. Oktober 2026
Predigt von Derek Prince: Derek Prince – Lass dich nicht täuschen
Derek Prince beginnt mit der Aufforderung, nüchtern und wachsam zu sein. Er knüpft dabei an seine vorherige Botschaft über den geistlichen Kampf an. Während er zuvor die Bedeutung einer nüchternen und realistischen Haltung betont hatte, möchte er nun besonders auf die Warnungen des Neuen Testaments vor geistlicher Verführung eingehen.
Er stellt heraus, dass gerade die Bibelstellen über die Endzeit immer wieder vor Täuschung warnen. Als besonders wichtig nennt er die Worte Jesu aus Matthäus 24. Als Jesus gefragt wurde, welches Zeichen seine Wiederkunft und das Ende des Zeitalters ankündigen werde, begann er seine Antwort nicht mit einem spektakulären Zeichen, sondern mit einer Warnung: „Seht zu, dass euch niemand verführe.“ Jesus kündigt an, dass viele unter seinem Namen auftreten und Menschen verführen werden. Außerdem werde es falsche Christusse und falsche Propheten geben, die sogar große Zeichen und Wunder tun würden.
Daraus zieht Prince zwei wichtige Schlussfolgerungen. Erstens sind Zeichen und Wunder allein kein Beweis dafür, dass eine Botschaft von Gott kommt. Ein übernatürliches Geschehen kann beeindruckend sein und trotzdem mit einer falschen Botschaft verbunden sein. Deshalb dürfe man eine Lehre niemals allein danach beurteilen, ob sie von außergewöhnlichen Erfahrungen, Wundern oder übernatürlichen Erscheinungen begleitet wird.
Zweitens betont Prince, dass Jesus sogar davon spricht, dass – wenn es möglich wäre – selbst die Auserwählten verführt werden könnten. Für Prince liegt darin gleichzeitig eine Warnung und eine Ermutigung: Die Sicherheit eines Christen beruhe nicht darauf, dass er besonders klug oder geistlich überlegen sei, sondern letztlich darauf, dass Gott ihn bewahrt. Der Christ soll deshalb nicht selbstsicher werden, sondern sich bewusst von Gott abhängig machen.
Danach stellt Derek Prince seine grundlegende Prüfung vor, mit der eine Botschaft beurteilt werden soll. Er bezeichnet sie sinngemäß als die drei Koordinaten der Wahrheit.
Diese drei Bereiche sind:
Jesus sagt in Johannes 14,6: „Ich bin die Wahrheit.“ In Johannes 17,17 bezeichnet Jesus das Wort des Vaters als Wahrheit. Und in 1. Johannes 5 wird der Geist als derjenige beschrieben, der Zeugnis gibt und Wahrheit ist. Für Prince gehören diese drei Bereiche zusammen.
Eine Botschaft könne beispielsweise sehr viel über Jesus sprechen und trotzdem falsch sein, wenn das dargestellte Bild von Jesus nicht mit der Bibel übereinstimmt. Umgekehrt könne jemand sehr viel über den Heiligen Geist sprechen und eine Atmosphäre großer Begeisterung erzeugen, während das, was tatsächlich gelehrt wird, nicht mit dem biblischen Zeugnis über den Heiligen Geist übereinstimmt.
Ebenso könne jemand großen Wert auf die Bibel legen, aber nur den „Buchstaben“ verkünden, ohne dass das Wirken des Geistes Gottes erkennbar sei.
Deshalb müsse man eine Botschaft anhand aller drei Bereiche prüfen: Passt sie zu Jesus? Passt sie zur Heiligen Schrift? Und stimmt sie mit dem Zeugnis des Heiligen Geistes überein?
Anschließend wendet sich Prince 2. Korinther 11 zu. Paulus warnt dort die Christen in Korinth davor, dass jemand einen anderen Jesus, einen anderen Geist oder ein anderes Evangelium verkündigen könnte.
Prince macht deutlich, dass gerade eine charismatische oder geistlich erscheinende Gemeinde nicht automatisch vor Täuschung geschützt ist. Die Korinther waren reich an geistlichen Gaben, und trotzdem mussten sie vor Verführung gewarnt werden.
Prince nennt anschließend verschiedene Vorstellungen von Jesus, die seiner Überzeugung nach nicht dem biblischen Jesus entsprechen.
Er erwähnt zunächst den Jesus als marxistischen Revolutionär, der vor allem als politischer Befreier der Armen dargestellt wird. Es sei zwar richtig, den Armen zu helfen, aber dieser politische Jesus sei nicht der Jesus der Bibel.
Als zweites nennt er den Jesus als orientalischen Guru, wie er in Teilen der New-Age-Bewegung dargestellt werde. Dort werde Jesus mit Buddha, Sokrates und anderen religiösen Lehrern auf eine Ebene gestellt. Prince betont dagegen, dass Jesus nicht einfach einer unter vielen Gurus sei, sondern der Sohn Gottes und der Heiland.
Als drittes beschreibt er den Jesus als freundlichen Weihnachtsmann, der niemanden mit Sünde, Gericht oder Umkehr konfrontiere und im Grunde vermittle, alle Religionen seien lediglich verschiedene Wege zu demselben Gott.
Prince sieht in diesen verschiedenen Vorstellungen Beispiele dafür, wie ein anderer Jesus entstehen kann. Wenn ein anderer Jesus verkündigt werde, folgten daraus nach seiner Darstellung auch ein anderer Geist und letztlich ein anderes Evangelium.
Danach geht Prince auf die Frage ein, wie Täuschung überhaupt in die Gemeinde hineinkommt.
Seine Antwort ist sehr deutlich: Er sieht Stolz als eine zentrale Tür zur Verführung.
Als Beispiel nennt er Luzifer. Dieser sei mit großer Schönheit und Weisheit ausgestattet gewesen, wurde aber stolz auf das, was ihm gegeben worden war. Aus diesem Stolz heraus sei er aufbegehrt und in die Irre gegangen.
Prince warnt deshalb vor jeder geistlichen Haltung, die einem Menschen vermittelt: „Wir sind die besondere Gruppe. Wir sind weiter als alle anderen. Wir haben etwas erkannt, was frühere Generationen nicht erkannt haben.“
Gerade solche Vorstellungen könnten Stolz fördern. Er warnt vor Gruppen, die behaupten, sie seien die eigentlichen Überwinder und hätten einen geistlichen Stand erreicht, den andere Christen nicht hätten.
Er verweist dabei auf die biblische Aussage, dass Gott gerade das Schwache, Unedle und Verachtete erwählt habe, damit niemand sich vor Gott rühmen könne.
Prince erzählt dazu aus seinem eigenen Leben. Er beschreibt, dass er während seines früheren Lebens eine hervorragende akademische Laufbahn hatte und zeitweise sogar dachte, Gott habe gewissermaßen Glück gehabt, ihn zu bekommen. Später habe er seine eigene Einschätzung völlig verändert. Gott habe ihn gerade in einer Situation erreicht, in der seine äußere Stellung und akademische Karriere keine Grundlage mehr für Stolz boten.
Daraus zieht er die Lehre, dass Gottes Berufung nicht dazu dienen soll, den Menschen großzumachen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Schmeichelei.
Prince zitiert Sprüche 29,5 und erklärt, dass jemand, der seinem Nächsten schmeichelt, ihm damit ein Fangnetz vor die Füße legen kann.
Besonders Prediger seien für Schmeichelei empfänglich. Prince spricht hier sehr offen über die Versuchung, die daraus entstehen kann, dass Prediger häufig eingeladen werden und dadurch ihre geistliche Bedeutung an menschlicher Anerkennung messen.
Er warnt davor, sich durch Anerkennung, Einladungen oder die Aussage, man sei besonders geistlich, in eine bestimmte Gruppe hineinziehen zu lassen.
Die Botschaft ist: Wer einem Menschen ständig vermittelt, er sei besonders, überlegen oder Teil einer außergewöhnlichen geistlichen Elite, kann damit seinen Stolz nähren.
Danach kommt Prince zu einem besonders wichtigen Teil der Predigt: Prophetische Aussagen dürfen nicht automatisch als von Gott kommend angenommen werden.
Er betont, dass Prophetie einen guten Ruf habe und viele Menschen Angst davor hätten, eine Prophetie zurückzuweisen. Das Neue Testament verlange jedoch ausdrücklich eine Prüfung.
Er verweist auf 1. Korinther 14,29: Wenn Propheten reden, sollen die anderen urteilen. Ebenso verweist er auf 1. Thessalonicher 5: Prophetische Rede soll nicht verachtet, aber alles geprüft und das Gute festgehalten werden.
Für Prince bedeutet das: Ein Prophet ist kein Diktator. Niemand darf sagen: „Wenn du meine Botschaft prüfst oder ablehnst, wird Gott dich bestrafen.“
Im Gegenteil: Gerade weil die Bibel fordert, prophetische Aussagen zu prüfen, sei es notwendig, sie auch tatsächlich zu beurteilen.
Als grundlegenden Maßstab nennt Prince Jesaja 8,19–20. Dort geht es darum, dass das Volk Gottes nicht die Toten oder Wahrsagegeister befragen soll, sondern sich an Weisung und Offenbarung halten soll.
Wenn eine Aussage nicht mit dem Wort Gottes übereinstimmt, soll sie nach Prince verworfen werden.
Damit kommt er zu einem entscheidenden Grundsatz der gesamten Predigt:
Das letzte Prüfungskriterium ist die Übereinstimmung mit der Heiligen Schrift.
Besonders interessant ist Princes Erklärung, dass eine Aussage zutreffend sein kann und trotzdem nicht von Gott stammen muss.
Er führt dazu Apostelgeschichte 16 an. Paulus und Silas begegneten dort einer Magd mit einem Wahrsagegeist. Sie sagte über Paulus und Silas etwas, das tatsächlich stimmte: Sie seien Knechte Gottes und verkündigten den Weg des Heils.
Trotzdem stammte diese Aussage nicht vom Heiligen Geist.
Paulus ließ den Geist aus ihr ausfahren.
Damit zeigt Prince: Die Tatsache, dass jemand etwas Wahres sagt, beweist noch nicht, dass die Quelle dieser Aussage Gott ist.
Er warnt davor, dass Wahrheit als eine Art Köder dienen könne, an den sich anschließend eine falsche Botschaft anhängt. Gerade deshalb könne Wahrsagerei gefährlich sein.
Prince erzählt mehrere persönliche oder ihm berichtete Beispiele.
In einem Fall habe eine Wahrsagerin einer Frau angekündigt, ihr Mann werde sterben. Später starb der Mann tatsächlich bei einem ungewöhnlichen Unfall. Die Frau wurde daraufhin von Schuldgefühlen geplagt und fragte sich, ob sie durch den Besuch bei der Wahrsagerin irgendeine Tür geöffnet habe.
Ein anderes Beispiel betrifft einen Pastor, dessen Gemeinde eine Wahrsagerin für einen Basar engagierte. Obwohl der Pastor wusste, dass dies falsch war, gab er dem Druck nach. Die Wahrsagerin machte anschließend eine Aussage über die Gesundheit seiner Frau, die sich später tatsächlich bewahrheitete. Die Frau erkrankte an Krebs, wurde aber durch medizinische Behandlung und Gebet geheilt.
Für Prince beweist auch dieses Beispiel nicht, dass die Wahrsagerin von Gott war. Sie hatte etwas Wahres gesagt, aber die Quelle war seiner Darstellung nach nicht Gott.
An dieser Stelle behandelt Prince einen für ihn besonders schwierigen und kontroversen Bereich. Er spricht von Menschen, bei denen sich seiner Überzeugung nach der Heilige Geist und ein anderer geistlicher Einfluss miteinander vermischen können.
Er weist zunächst darauf hin, dass der Heilige Geist nicht erst dann zu einem Menschen kommt, wenn dieser bereits vollkommen rein ist. Vielmehr komme der Heilige Geist gerade deshalb, um Menschen zu reinigen.
Er verweist dabei auf David, der schwere Sünden begangen hatte und trotzdem darum betete, dass Gott seinen Heiligen Geist nicht von ihm nehmen möge.
Prince berichtet anschließend von Fällen aus seinem eigenen pastoralen Dienst, bei denen er Schwierigkeiten hatte, geistliche Vorgänge richtig zu beurteilen. Er erzählt sogar von einem Mann, dem er zunächst nicht glaubte, als dieser sagte, er brauche Befreiung. Prince erkannte später, dass seine eigene damalige Theologie ihn daran gehindert hatte, dem Mann richtig zu helfen.
Er erzählt anschließend von William Branham. Prince beschreibt ihn als einen Mann mit einer außergewöhnlichen geistlichen Gabe, berichtet aber zugleich von der Einschätzung eines Bibellehrers, dass bei Branham neben dem Geist Gottes auch ein anderer geistlicher Einfluss vorhanden gewesen sei. Prince verbindet dies mit dem tragischen Ende Branhams und der Entwicklung einer Gruppe von Anhängern, die ihn nach seinem Tod stark verehrt habe.
Dabei möchte Prince deutlich machen, dass eine außergewöhnliche Gabe nicht automatisch bedeutet, dass alles, was durch diese Person geschieht oder gesagt wird, von Gott stammt.
Anschließend verwendet Prince 5. Mose 22 als Bild für geistliche Vermischung.
Er spricht von dem Verbot, verschiedene Samen miteinander zu vermischen und verschiedene Stoffe zusammenzutragen. Für ihn enthält dieses alttestamentliche Prinzip eine geistliche Anwendung: Im Dienst für Gott solle man nicht das Reine mit dem Unreinen vermischen.
Er fragt deshalb sinngemäß, ob ein Christ gleichzeitig auf Gottes Gerechtigkeit und auf eigene fleischliche Anstrengung bauen wolle.
Seine Warnung lautet, dass eine Vermischung verschiedener geistlicher Quellen letztlich das Gute beschädigen könne.
Prince warnt anschließend vor dem, was er als eine Art charismatische Wahrsagerei bezeichnet.
Damit meint er Situationen, in denen Menschen unbedingt ein persönliches Wort von einem Propheten erhalten wollen und sich deshalb in eine gefährliche Abhängigkeit begeben.
Er sagt ausdrücklich, dass es nicht darum gehe, dass Gott niemals persönlich zu einem Menschen sprechen könne. Die Gefahr bestehe vielmehr darin, dass jemand unbedingt eine prophetische Antwort haben wolle und dadurch seine eigene Unterscheidungsfähigkeit ausschalte.
Prince erzählt von einem jungen Mann, der als Jugendlicher einmal bei einem Wahrsager gewesen war. Er führte ihn dazu, dies vor Gott als Sünde zu bekennen und um Befreiung von den Konsequenzen zu bitten. Danach, so berichtet Prince, sei eine geistliche Barriere verschwunden.
Anschließend nennt Prince sechs Gruppen von Menschen, die seiner Auffassung nach besonders anfällig für Täuschung sind:
Erstens: Menschen, die sich ausschließlich auf subjektive Eindrücke verlassen.
Nur weil man sich bei einer Botschaft gut fühlt oder innerlich stark berührt ist, bedeutet das nicht automatisch, dass sie von Gott kommt.
Zweitens: Menschen, die ausschließlich auf menschliche Leiter schauen.
Prince betont ausdrücklich, dass es keinen unfehlbaren menschlichen Leiter gebe – auch er selbst sei keiner. Deshalb sollten Christen nicht etwas allein deshalb glauben, weil ein berühmter Prediger es gesagt habe.
Drittens: Menschen, die übernatürliche Zeichen als Garantie der Wahrheit betrachten.
Jesus selbst habe davor gewarnt, dass falsche Propheten Zeichen und Wunder tun würden.
Viertens: Menschen, die aus persönlichem Ehrgeiz empfänglich für Schmeichelei sind.
Wer unbedingt Anerkennung möchte, könne dadurch manipulierbar werden.
Fünftens: Menschen, die Leid und Verfolgung grundsätzlich ausschließen.
Prince warnt vor einer christlichen Botschaft, die ausschließlich Segen, Wohlstand und angenehme Dinge verspricht. Das Neue Testament bereite Christen auch auf Leiden vor.
Sechstens: Menschen, die die Heilige Schrift nicht kennen.
Wer die Bibel nicht studiert, hat nach Prince kein ausreichendes Fundament, um falsche Lehren und Prophetien zu erkennen.
Danach kommt der positive Teil der Predigt. Prince gibt neun praktische Grundsätze, durch die Christen sich vor geistlicher Täuschung schützen sollen.
Prince beginnt nicht mit menschlicher Klugheit, sondern mit der Gnade Gottes. Er betont, dass niemand aufgrund seiner eigenen geistlichen Fähigkeiten garantiert treu bleiben könne.
Es komme nicht darauf an, wie intelligent man sei, wie viele Bibelverse man auswendig kenne oder wie geistlich man sich selbst einschätze.
Die Abhängigkeit von Gottes Barmherzigkeit müsse bestehen bleiben. Sobald ein Mensch arrogant werde und glaube, er könne ohne Gottes Gnade auskommen, befinde er sich in Gefahr.
Prince legt großen Wert auf Psalm 25. Gott führe die Sanftmütigen und lehre diejenigen seinen Weg, die ihn fürchten.
Für Prince sind Demut und Gottesfurcht ein Schutz vor Verführung.
Er verbindet dies auch mit Psalm 111,10 und Sprüche 1,7: Die Furcht des Herrn ist der Anfang von Weisheit und Erkenntnis.
Er betont außerdem, dass die Bibel ungewöhnlich viele Segensverheißungen mit der Gottesfurcht verbindet.
Die allgemeine Offenbarung der Bibel kommt für Prince vor einer persönlichen Offenbarung.
Wenn beispielsweise jemand wissen wolle, ob er als Missionar nach Indien gehen solle, könne die Bibel diese konkrete persönliche Entscheidung nicht beantworten. Dafür könne persönliche Führung notwendig sein.
Aber persönliche Offenbarung dürfe nicht die allgemeine Wahrheit der Bibel ersetzen.
Prince formuliert es sehr deutlich: Wer die Bibel ignoriert und gleichzeitig zu einem Propheten geht, um ein persönliches Wort von Gott zu bekommen, handelt nach seiner Auffassung falsch.
Für Prince ist dies besonders wichtig.
Er verweist auf Offenbarung 19,10 und erklärt, dass das Wesen der Prophetie darin bestehe, Jesus zu bezeugen.
Jede echte Prophetie müsse letztlich auf Jesus hinweisen und ihn verherrlichen.
Dazu verbindet er Johannes 16,14: Der Heilige Geist verherrlicht Jesus.
Deshalb sei ein sehr zuverlässiges Prüfungskriterium die Frage:
Verherrlicht diese Botschaft Jesus oder lenkt sie die Aufmerksamkeit von Jesus weg?
Prince sagt, wenn eine Veranstaltung oder Botschaft Menschen ständig auf zweitrangige Themen lenke, während Jesus nicht mehr im Mittelpunkt stehe, sei dies ein Warnsignal.
Prince warnt davor, Gott gewissermaßen zu einer Offenbarung zu zwingen.
Man solle nicht ständig verlangen: „Herr, gib mir jetzt ein Wort.“
Stattdessen solle man ruhig werden und Gott überlassen, wann und wie er etwas zeigt.
Dazu verwendet er das Bild eines entwöhnten Kindes aus Psalm 131. Ein kleines Kind verlangt sofort nach dem, was es möchte. Ein entwöhntes Kind kann warten, bis die Mutter ihm zur richtigen Zeit Nahrung gibt.
So solle auch der Christ lernen, auf Gott zu warten und seine Führung nicht erzwingen zu wollen.
Prince spricht anschließend über die Gefahr einer blühenden Fantasie.
Er selbst sagt, dass auch er eine ausgeprägte Vorstellungskraft habe und diese beim Schreiben hilfreich sein könne. Gleichzeitig könne sie aber dazu führen, dass die eigene Vorstellungskraft die Kontrolle übernehme.
Er erzählt von einem persönlichen inneren Bild, bei dem er sich auf einer hohen Bergspitze sah. Plötzlich bemerkte er einen steilen Abhang und bekam Angst. Dabei kam ihm die Vorstellung, dass die Heilige Schrift wie ein Geländer sei.
Solange man innerhalb der Grenzen der Schrift bleibe, sei man sicher. Wenn man darüber hinausgehe, könne man in geistliche Gefahr geraten.
Seine eindringliche Warnung lautet deshalb: Bleibt innerhalb des Geländers der Heiligen Schrift.
Prince warnt davor, geistliche Dinge unnötig kompliziert zu machen.
Er plädiert für eine einfache, klare Sprache und verweist darauf, dass viele wichtige Aussagen der Bibel aus sehr einfachen Worten bestehen.
Er meint, dass Menschen manchmal gerade deshalb theologische Systeme entwickeln, weil die klaren Aussagen der Bibel unbequem seien. Die Botschaft der Bibel könne sehr einfach zu verstehen sein, auch wenn es schwer sei, danach zu leben.
Als Beispiele nennt er Jesu Aufforderungen, die andere Wange hinzuhalten, dem Feind Gutes zu tun und diejenigen zu segnen, die einen verfolgen.
Das Problem liege häufig nicht darin, dass diese Aussagen unverständlich seien, sondern darin, dass der menschliche Verstand sie komplizierter machen wolle.
Prince zitiert Hebräer 5 und erklärt, dass reife Christen „geübte Sinne“ besitzen sollen, um zwischen Gut und Böse unterscheiden zu können.
Unterscheidungsfähigkeit komme durch Übung.
Man müsse lernen, zwischen wahr und falsch, geistlich und seelisch zu unterscheiden.
Besonders warnt Prince vor der Verwechslung von emotionaler Begeisterung mit geistlichem Wirken. Eine Veranstaltung könne Menschen emotional sehr stark berühren und ihnen ein wunderbares Gefühl geben, ohne dass dies automatisch ein Zeichen für echtes geistliches Wirken sei.
Auch Anbetung könne auf eine rein seelische Ebene abrutschen. Der Zweck der Anbetung sei jedoch nicht, dass die Menschen eine schöne Zeit haben, sondern dass Gott angebetet und geehrt wird.
Deshalb müsse die „Unterscheidungsantenne“ ständig ausgefahren sein.
Zum Schluss nennt Prince die Liebe zur Wahrheit.
Er verweist auf 2. Thessalonicher 2 und die Beschreibung des Antichristen, der mit Zeichen und Wundern der Lüge auftreten wird.
Besonders wichtig ist für ihn dabei die Aussage, dass Menschen verloren gehen, weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben.
„Liebe zur Wahrheit“ bedeute für Prince nicht einfach, tolerant gegenüber Wahrheit zu sein oder sich von anderen erzählen zu lassen, was wahr sei. Es bedeute vielmehr, selbst nach der Wahrheit zu suchen, sie zu erforschen und herauszufinden, was wirklich wahr ist.
Wer die Wahrheit wirklich liebt, werde nicht leicht durch beeindruckende Erscheinungen oder überzeugende Menschen von ihr weggeführt.
Gegen Ende kehrt Prince noch einmal zu Jesus und seiner Gemeinde zurück.
Er beschreibt die Gemeinde als mit Christus verlobt. Das Hochzeitsmahl des Lammes sei noch nicht gekommen. Die Zeit bis dahin sei eine Prüfungszeit.
Die entscheidende Frage sei:
Bleibt die Gemeinde Jesus gegenüber loyal?
Die Gemeinde, die Jesus treu bleibt, beschreibt er als die Braut. Gleichzeitig warnt er davor, dass es auch eine falsche Gemeinde geben könne, die zwar den Namen Christi trage, Jesus aber in Wirklichkeit verrate.
Deshalb müsse die Gemeinde ihre Einfalt und Lauterkeit Christus gegenüber bewahren.
Am Ende fasst Derek Prince seine neun Empfehlungen noch einmal zusammen:
Zum Abschluss betet Prince gemeinsam mit den Zuhörern. Er bittet Gott um Gnade, Demut und Bewahrung vor Täuschung. Er bezeichnet die Heilige Schrift erneut als das „Geländer“, das Gott gegeben habe, und bittet darum, innerhalb dieses Geländers zu bleiben.
Er betont, dass auch er selbst diese Gnade brauche. Gerade weil er Einfluss auf andere Menschen habe, müsse er sich seiner eigenen Abhängigkeit von Gott bewusst bleiben.
In seinem abschließenden Gebet bittet er darum, dass jeder Bereich, in dem Täuschung Einfluss gewonnen hat, aufgegeben und zurückgewiesen wird. Er richtet den Blick erneut auf Jesus, die Heilige Schrift und den Heiligen Geist und bittet Gott darum, die Herzen und Gedanken mit seiner Wahrheit zu erfüllen.
Der gesamte Vortrag läuft letztlich auf einen Gedanken hinaus:
Ein Christ soll sich nicht von spektakulären Erfahrungen, Wundern, Prophetien, menschlichen Leitern, Gefühlen oder geistlicher Begeisterung bestimmen lassen, sondern alles an Jesus Christus, der Heiligen Schrift und dem Wirken des Heiligen Geistes prüfen.
Dabei warnt Derek Prince gleichzeitig vor zwei entgegengesetzten Gefahren: Man soll geistliche Gaben und Prophetie nicht verachten, aber man soll sie auch niemals ungeprüft annehmen. Die Bibel fordere beides: offen zu sein und gleichzeitig zu prüfen.
Sein besonderes Anliegen ist, dass Christen nicht leichtgläubig werden, aber auch nicht zynisch. Sie sollen Demut, Gottesfurcht, geistliche Unterscheidung und eine echte Liebe zur Wahrheit entwickeln.
Und immer wieder führt er zurück zu demselben sicheren Mittelpunkt: Jesus soll im Zentrum bleiben, die Heilige Schrift soll das Geländer sein, und der Christ soll in Demut von Gottes Gnade abhängig bleiben.