Warum ist der Zehnte so wichtig?

 

Mit dieser Frage soll ich mich heute beschäftigen, warum der Zehnte so wichtig ist. In allem was ich schreibe gebe ich nur Zeugnis, ich lehre nicht wie vielleicht einige von euch denken, ich gebe nur gehorsam Zeugnis.

Der Zehnte ist wirklich ein Wunder Punkt bei vielen Christen, besonders wenn es um den brutto Zehnten geht. Auf meiner alten Webseite hatte ich schon einmal ein Erlebnis bezüglich des brutto Zehnten gegeben, heute ist es wichtig mit diesem Erlebnis zu beginnen.

In dieser Rubrik / Beitrag  Link zum Beitrag erklärte ich wie es dazu kam, dass ich aus dem vollen Glauben leben soll und wie ich vier Jahre von dem großen Karstadt Konzern unterstützt wurde. Ich bekam 2 mal im Jahr die Unterstützung (6 mal 2.800 Euro) davon musste ich Steuern bezahlen; Krankenkasse und alle anfallenden Verbindlichkeiten. Wer sich selbständig machen muss und nur monatlich 2800 Euro zu Verfügung, da wird es an allen Ecken und Kanten sehr eng.

 

Meine letzte Chance treu zu sein!

Ich berichtete ja darüber, wie  am 27th Mai 2008 die Unterstützung nach 4 Jahren eingestellt wurde, bei der letzten Zahlung hatte ich folgendes Erlebnis: „Der Zehnte musste bezahlt werden!“

Vorher war es immer der netto Zehnte und Opfer was ich zahlte, aber klar und deutlich sprach Jeschua zu mir, dass IHM der brutto Zehnte gehört.

Darauf antworte ich Ihm, ob Er nicht wüsste was ich alles zahlen muss, besonders die Forderung an das Finanzamt, wenn ich noch den brutto Zehnten zahlen würde, dann würde ich aber große Probleme mit dem Finanzamt bekommen, weil ich dadurch meine Steuern nicht 100% zahlen kann. Sofort kam die Antwort, denn Jeschua sagte, ich soll IHN mehr fürchten, als das Finanzamt!

Diese Worte hörte ich Glocken klar, danach gab es für mich keine weiteren Fragen mehr, also überwies ich 1600 Euro an die Gemeinde in Lingen. Meine nächsten Kontoauszüge zeigte mir etwas sonderbares, denn das Geld wurde nicht angewiesen, dazu bekam ich einen besonderen Vermerk von der Deutschen Bank. Für mich war es so unverständlich, denn mein Konto war doch mit weit über 10 000 Euro gedeckt, wie konnte dies sein fragte ich mich? Nun musste ich Klarheit haben, aus diesem Grund ging ich zu lieben Glaubensgeschwistern, mit denen ich heute noch befreundet bin. Wir gingen alle drei auf die Knie und fragten Jeschua was Sein Wille ist, warum die Bank das Geld nicht angewiesen hatte?

 

Wir bekamen alle drei die selbe Antwort!

Jeschua wollte nicht das ich diese Summe an die Gemeinde bezahle, den Grund dazu bekamen wir nicht gesagt. Jeschua sagte uns allen drein, dass ich diesen Zehnten an Sein Volk nach Israel überweisen soll. Eine große Freude durchflutete uns, wir konnten alle drei die Gegenwart Jeschuas spüren und wussten nun was Sein Wille für diesen bewussten Zehnten war. Wenige Tage später bekam ich gezeigt an welche Stelle, in Israel dieses Geld gehen sollte.

An dem Tag, als mein Zehnter in Israel verbucht war, hörte ich Jeschua wieder akustisch zu mir reden. Jeschua sagte folgende Worte zu mir: „Dies war deine letzte Chance mein Kind.“ Eine unbeschreiblich große Ehrfurcht durchflutete mich, nicht nur über Seine Worte, sondern auch über den Tonfall von unserem Erlöser.

Kurze Zeit nach meinem Erlebnis, da hatte ich wieder einen Termin mit Prof. Dr. Helmut Merkel in Essen. Ich erzählte ihm von meinem Erlebnis, wie ich ihm auch alle anderen Erlebnisse berichtet hatte. Spontan sagte er zu mir, ich soll ihm sofort meine Kontonummer aufschreiben, denn er wollte mir noch am selben Tag 1000 Euro von sich privat überweisen. Ein Mann ein Wort, dies tat er auch und erneut konnte ich erkennen was für ein besonderer liebenswürdiger Mensch er doch ist.

Wenige Tage nach der Überweisung von Prof. Dr. Helmut Merkel, schenkte mir Stefan Dreier 600 Euro, so bekam ich den vollen Zehnte zurück von Jeschua. Traurigerweise ist Stefan heute mein Feind geworden, er zweifelt die Bibel an und denkt Paulus und Petrus seinen Irrlehrer gewesen und nennt mich in einem Atemzug mit diesen großen Gottesmännern, eine Irrlehrerin. Die Aufdeckung!

Im Mai wusste ich es dann, warum Jeschua von der letzten Chance sprach. Die Unterstützung wurde eingestellt und diese Summe hätte ich nie wieder zahlen können.

 

Den Zehnten an die richtige Stelle zahlen!

Nun wurde mir klar wie wichtig es ist, den Zehnten auch an die richtige Stelle zu zahlen, sonst wäre es so gewesen, als hätte ich den Zehnten nicht bezahlt.

Wie wichtig es ist treu den Zehnten zu zahlen, dies wurde mir klar als die Unterstützung eingestellt wurde und Jeschua von mir verlangte aus dem vollen Glauben zu leben. Plötzlich war ich einzig und allein nur auf IHN angewiesen, obwohl Menschen mir Geld gaben, war immer noch Jeschua es, der die Herzen berührte. Es würde mir niemand etwas geben, wenn Jeschua die Herzen nicht berühren würde. Nun, was immer ich im Internet schreiben würde, wie schlecht es mir geht, kein Mensch würde mir etwas geben, würde Jeschua es nicht bewirken.

Obwohl ich nie weiß was der nächste Monat bringt, trotzdem zahle ich meinen brutto Zehnten und helfe über das Maß hinaus, auch wenn ich nicht weiß wovon ich Medikamente oder sonst etwas bezahlen soll. Im letzten Moment bekam ich immer was ich benötigte, Jeschua lies mich nie im Stich. Heute verstehe ich sehr gut, warum ich die vielen Prüfungen erleben musste. Zum einen um Zeugnis zu geben, zu anderen damit mir selbst bewusst wird, wie wichtig es ist gehorsam zu sein.

Maleachi 3, 8 Darf ein Mensch Gott berauben, wie ihr mich beraubt? Aber ihr fragt: »Worin haben wir dich beraubt?« In den Zehnten und den Abgaben! 9 Mit dem Fluch seid ihr verflucht worden, denn ihr habt mich beraubt, ihr, das ganze Volk! 10 Bringt den Zehnten ganz in das Vorratshaus, damit Speise in meinem Haus sei, und prüft mich doch dadurch, spricht der Herr der Heerscharen, ob ich euch nicht die Fenster des Himmels öffnen und euch Segen in überreicher Fülle herabschütten werde!

Die Worte sind sehr deutlich und gehen sehr tief, nun verstehe ich auch warum es Zeugnisse gibt wo gesagt wird, dass alle Christen in die Hölle kommen, die ihren Zehnten nicht zahlen. Im Vers 8 lesen wir deutlich, wie unser Vater im Himmel darüber denkt, denn ER bezeichnet diese Menschen als Diebe.

1 Korinther 6,10 weder Diebe noch Habsüchtige, noch Trunkenbolde, noch Lästerer, noch Räuber werden das Reich Gottes erben.

Also müssen diese Aussagen stimmen, dass diejenigen in die Hölle kommen, die ihren Zehnten nicht zahlen.

 

Was ein jeder Leser über diese Zeugnisse denkt, ob er sie glaubt, es ist jedem seine eigene Angelegenheit. Geben wir den Zehnten aus Liebe zu Jeschua, dann macht es uns sogar große Freude, wenn wir den Zehnten bezahlen. Wann zahlen wir den zehnten? Wir bezahlen ihn sofort dann, wenn man persönlich Geld bekommt, somit zeigen wir auch an welcher Stelle unser Erlöser für uns steht.

Vor uns liegt das Purim Fest, man beschenkt Arme, eine gute Gelegenheit etwas nachzuholen, was man viele Jahre versäumt hatte. Auch ist vor uns der Monatsanfang, jeder bekommt sein Geld, also könnte dieser Monat die letzte Chance für den eigenen Zehnten sein, so wie es für mich Anfang 2008 der Fall gewesen ist.

Das Buch Esther mit Bildern!

Natürlich gibt es Stimmen die behaupten, man muss den Zehnten nicht zahlen, die war im alten Bund so und nun leben wir unter der Gnade und berufen sich auf dieses Wort.

2 Korinther 9,7 Jeder, wie er es sich im Herzen vornimmt; nicht widerwillig oder gezwungen, denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb!

Wer sich darauf beruft sagt von sich selbst, dass er geizig ist, weil er nur widerwillig und gezwungen geben würde. Also sagen diese Personen, sie sind Habsüchtige.

1 Korinther 6,10 weder Diebe noch Habsüchtige, noch Trunkenbolde, noch Lästerer, noch Räuber werden das Reich Gottes erben.

Wer nicht geben will, und  was er hat für sich behalten will, der ist ein Habsüchtiger. Ein weiterer Beweis dafür, wie richtig diese Zeugnisse sein müssen.

Jetzt kann sich jeder von euch bestimmt vorstellen, warum ich so angegriffen werde. Euch alles liebe und viel Weisheit,

Ulrike Veronika Barthel

 

Neid, Geiz und Habsucht Updated Colors

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“Grausam ist der Zorn und überwallend der Grimm; aber wer kann vor der Eifersucht bestehen?“ (Sprüche 27,4)

Neid bzw. Eifersucht, Geiz und Habsucht gehen Hand in Hand: Ich will nichts von meinem Besitz und Eigentum abgeben, denn es ist meins. Zudem möchte ich auch noch das, was mein Nachbar hat. Warum habe ich nicht so eine gute Ausbildung, so viel Geld, eine solche Begabung, eine so gute Stellung?

„Habt acht und hütet euch vor der Habsucht! Denn niemandes Leben hängt von dem Überfluss ab, den er an Gütern hat.“ (Lukas 12,15)

Während der Neid mehr der Groll ist, den man in sich hineinfrisst, weil andere mehr haben als man selbst, wie Ansehen, Status, den Besitz oder Reichtum, ist die Eifersucht mehr das Gefühl der Konkurrenz mit der Person, von der man denkt, sie ist erfolgreicher, und man müsse das nun aufholen oder irgendwie kompensieren.

„Wenn ihr aber bitteren Neid und Selbstsucht in eurem Herzen habt, so rühmt euch nicht und lügt nicht gegen die Wahrheit! Das ist nicht die Weisheit, die von oben kommt, sondern eine irdische, seelische, dämonische.“ (Jokobus 3,14-15)

Diese Form des Stolzes, der Neid und die Habsucht, sind der Ursprung des Bösen in Luzifer, wie wir in einem weiteren Kapitel noch sehen werden. Er wollte das haben, was er nicht hatte und ihm vom Schöpfer auch nicht zugedacht war. Der Neid versursachte den großen geistlichen Krieg zwischen Satan und dem Schöpfer, zwischen dem Licht und der Finsternis. Jeder Krieg auf Erden beginnt mit dem Neid und der Habsucht.

„Woher kommen die Kämpfe und die Streitigkeiten unter euch? Kommen sie nicht von den Lüsten, die in euren Gliedern streiten?“ (Jakobus 4,1)

Kain und Abel

Neid erregt Hass, der so weit gehen kann, eine Straftat zu begehen. Wenn man dem Neid und der Eifersucht nicht Einhalt gebietet, kann es schlimme Folgen mit sich bringen, wie viele Überlieferungen in der Bibel zeigen. So wird uns beispielsweise von Kain berichtet, der auf seinen Bruder Abel neidisch war, weil dessen Werke gerecht und von JAHUWAH angenommen wurden (1. Mose 4,1-16). Kains Werke waren hingegen so verkehrt, dass der Allmächtige ihm dafür Seinen Segen verweigerte. Sein Opfer, die Früchte des Feldes, waren grundsätzlich annehmbar (vgl. 2. Mose 34,26), aber es fehlte etwas Entscheidendes: das Blut des Lammes. Das Blut eines geschlachteten Lammes, welches das zukünftige Opfer des Messias vorschattete (1. Korinther 5,7), machte die Opfer überhaupt erst notwendig.

Kain fehlte der Glaube auf die zukünftigen Erlösung JAHUSCHUAHs aus der Sündenknechtschaft. Da Abels Lamm-Opfer, das er im Glauben an das zukünftige wahre Opferlamm darbrachte, von JAHUWAH angenommen wurde, Kains Opfer jedoch nicht, wurde er neidisch auf Abel. Anstelle zu bereuen und ein annehmbares Opfer im Glauben zu bringen, wurde er eifersüchtig auf Abel. Kains Stolz war die Ursache für seinen Neid, dem er immer mehr Raum in seinem Herzen gab. Schließlich führte er zu Hass, Rache und Mord.

Ein weiteres Beispiel ist Ahab, ein König Israels. Ahab hatte außer einem guten Charakter alles, was man sich vorstellen kann. Leider war er zu allem Übel auch noch mit einer Frau verheiratet, die noch schlimmer war, als er selbst. Er war sehr reich, wollte aber mehr. Als er eines Tages den Weinberg Nabots sah, wollte er diesen unbedingt haben, weil er sich in der Nähe seines Palastes befand. Er bot Nabot an, dass er ihm dafür einen bessern Weinberg geben würde oder ihm diesen bezahlen würde (1. Könige 21).

Nabot wollte den Weinberg jedoch nicht verkaufen, weil JAHUWAH angeordnet hatte, dass die jeweiligen Ländereien, die bei Besitznahme eingenommen wurden, für immer in der jeweiligen Familie bleiben sollten. Diese Erklärung war Ahab jedoch sehr zuwider und aus lauter „Zorn und Missmut“ wollte er auch nichts essen (Vers 4). Er reagierte auf die Absage völlig dumm und trotzig wie ein kleines Kind. Kann es sein, dass wir auch manchmal so reagieren, wenn wir etwas nicht bekommen, was wir aber gerne hätten? Ahab hat sich dermaßen aufgeführt, dass seine verdorbene Frau Isebel ihn fragte, was los sei. Als sie erfuhr, warum ihr Gatte so missgelaunt war, schmiedete sie den Plan, Nabot einfach umbringen zu lassen, und ihr Plan ging auch auf. Und als Ahab von dem Tod Nabots hörte, nahm er den Weinberg in Besitz (Verse 5-16).

 

Habsucht hat zum Mord eines unschuldigen Mannes geführt. JAHUWAH aber hat alles gesehen. Durch Seinen Prophet Elija ließ Er die Strafe für seine und Isebels Tat ausrichten: Hunde würden das Blut des Ehepaares auflecken und JAHUWAH würde seine Nachkommen auslöschen – es war die schlimmste Strafe für einen Israeliten. Ahab und Isebel hatten bereits viele schreckliche Sünden angehäuft, aber diese brutale Tat an Naboth hat das Fass zum Überlaufen gebracht (Verse 17-29), allerdings hat Ahab seine Tat bereut, im Gegensatz zu Isebel.

„Und aus Habsucht werden sie euch mit betrügerischen Worten ausbeuten; aber das Gericht über sie ist längst vorbereitet, und ihr Verderben schlummert nicht.“ (2. Petrus 2,3)

Auch der Messias wurde aus Neid den Römern ausgeliefert:

„Als sie nun versammelt waren, sprach Pilatus zu ihnen: Welchen wollt ihr, dass ich euch freilasse, Barabbas oder … [JAHUSCHUAH], den man … [den Messias] nennt? Denn er wusste, dass sie ihn aus Neid ausgeliefert hatten.“ (Matthäus 27,17-18)

Erstaunlicherweise verkündigen einige sogar die frohe Botschaft des Messias aus „Neid“ und nicht aus „guter Gesinnung“, wie Paulus in Philipper 1,15 schreibt. Und auch die Apostel wurden aufgrund des Neides der Juden verfolgt.

„Aber die Juden, die sich weigerten zu glauben, wurden voll Neid und gewannen etliche boshafte Leute vom Straßenpöbel, erregten einen Auflauf und brachten die Stadt in Aufruhr; und sie drangen auf das Haus Jasons ein und suchten sie, um sie vor die Volksmenge zu führen.“ (Apostelgeschichte 17,5)

Solange wir die Qualität unseres Lebens an unserem Besitz, unseren tollen Fähigkeiten, unserer guten Ausbildung, unserer Arbeit, unseres Bankkontos, usw., festmachen, sind wir noch „fleischlich gesinnt“. Erst wenn wir den „alten Menschen abgelegt haben, der sich wegen der betrügerischen Begierden verderbte“, werden wir ein Leben im Geist führen können (Epheser 4,22-23).

„denn ihr seid noch fleischlich. Solange nämlich Eifersucht und Streit und Zwietracht unter euch sind, seid ihr da nicht fleischlich und wandelt nach Menschenweise?“ (1. Korinther 3,3)

Leider wird der Stolz des Neides und der Habsucht unterschwellig auch in bestimmten “christlichen” Veranstaltungen und Gottesdiensten geschürt, von Pastoren und Pastorinnen, die dem Wohlstandsevangelium nahestehen. Zum Teil werden diese Massenveranstaltungen auch über TV übertragen. Oft wird dabei ein ständiger Appetit nach mehr Wohlstand und Reichtum geweckt, was die TV-Prediger selbst bereits erreicht haben. Man will in der „Jesus-Nachfolge“ doch immer mehr Annehmlichkeiten und mehr Anerkennung und mehr Reichtum. Keinesfalls will man auf etwas verzichten oder gar Schmach oder Leid ertragen müssen.

Das wahre Leben in JAHUSCHUAH bedeutet jedoch die Freiheit von dem Wunsch nach mehr Wohlstand und mehr Reichtum. Ein solches Leben ist frei von Habsucht, Eifersucht und Neid, die uns als Sklave festhalten. Es ist eine Freiheit, welche die echte Beziehung zu unserem Schöpfer offenbart. Der Stolze ist neidisch auf den Anderen, wenn er etwas erreicht hat oder wenn er Ehre bekommt. Der Demütige wird alles geben, und zwar immer zum Besten für die ganze Gruppe oder Gemeinde; ihm ist es gleichgültig, wer die Ehre bekommt, solange das Gute und Richtige getan wird.

„Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden! Seid gleich gesinnt gegeneinander; trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen; haltet euch nicht selbst für klug!“ (Römer 12,15-16)

Ein stolzer Mensch hat zuweilen auch Probleme, sich mit anderen zu freuen, wenn ihnen Gutes wiederfahren ist oder sie Anerkennung bekommen. Er hätte es gerne für sich selbst. Andererseits kann er nicht mit Anderen in ihrem Leid mitfühlen, weil er denkt, dass sie es verdient hätten. ALLE Menschen verdienen aber unser Wohlwollen (Titus 3,2-3). Von dem spanischen Missionar und Philosophen Raimundus Lullus (1232-1316) ist uns der weise Spruch überliefert: „Wer demütig ist, lacht nicht, wenn der Stolze weint“.

“In Demut achte einer den anderen höher als sich selbst. Jeder schaue nicht auf das Seine, sondern jeder auf das des anderen. Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es … [der Messias, JAHUSCHUAH] auch war, der, als Er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein.“ (Philipper 2,3-6)

In Seiner unendlichen Weisheit hat JAHUWAH den Menschen unterschiedliche Gaben, Talente und Aufgaben gegeben. Auch hat er für jeden Einzelnen verschiedene Geistesgaben und „Kraftwirkungen“ sowie unterschiedliche Dienste zugedacht und selbst das schwächste Glied in einer Gemeinschaft ist notwendig (siehe 1. Korinther 12). All dieser verschiedenen Gaben und Dienste lassen kein „besser“ oder „schlechter“ zu. So ist das Ohr zum Hören da, aber der Mund zum Sprechen. Welches Organ ist wertvoller? Keines. Vielmehr tut sich das eine schwer ohne das andere. Deshalb muss niemand neidisch sein auf das, was der Andere hat.

Weinberg

Da selbst unter den Jüngern des Messias einer größer sein wollte als der andere, erzählte Er ihnen ein Gleichnis (Matthäus 20), um ihnen zu zeigen, dass Neid und Eifersucht bei Seinen Nachfolgern nicht zu finden sein sollten: Ein Hausherr ging jeden Morgen los, um Arbeiter für seinen Weinberg einzustellen. Auch bei uns gibt es heute noch sogenannte „Tagelöhner“, die sich morgens an einem bestimmten Ort versammeln, um auf die Arbeitgeber zu warten, die kurzfristig Helfer auf dem Bau oder in der Landwirtschaft benötigen. Der Hausherr wirbt zu verschiedenen Tageszeiten Arbeiter an. Die ersten, die er früh morgens einstellt, gibt er einen bestimmten Lohn, den sie zuvor vereinbart hatten. Andere, die später kommen, überlassen die Höhe des Lohnes ihrem Arbeitgeber, sie vertrauten ihm, dass er sie gerecht bezahlen würde. Als er alle am Abend entlohnte, gab er denjenigen, mit denen er frühmorgens den Lohn aushandelte, den vereinbarten Silbergroschen. Aber auch den anderen, die später kamen, gibt er einen Silbergroschen. Diejenigen, die länger arbeiteten, beschwerten sich, weil sie es ungerecht empfanden, dass nun die anderen genauso viel bekamen, wie sie selbst.

Der Messias zeigte den Jüngern mit diesem Gleichnis, wie der Allmächtige die Menschen behandelt. Das Ergebnis ist oft ganz anders, als wir Menschen es erwarten. Es geht nicht darum, wie lange wir schon in Seinem Dienst sind und wie viel wir geleistet haben, sondern für JAHUWAH zählt die innere Herzenshaltung. Und so wird Er auch niemanden um der Werke der Gerechtigkeit willen, die wir getan haben, retten, sondern „nach Seiner Barmherzigkeit“ (Titus 3,5). Die Juden wurden als Erste in den Weinberg JAHUWAHs gerufen, was sie jedoch leider stolz und selbstgerecht werden ließen. Sie waren verbittert, als sie erfuhren, dass den Heiden dieselben Segnungen zuteil werden sollten, obwohl sie schon so viele Jahrhunderte in Seinem Dienst standen.

Wer anderen die Belohnung missgönnt, vergisst, dass er selbst nur aus Gnade gerettet ist. Unser Erlöser will, dass wir uns vollständig auf Ihn verlassen, ohne ständig nach dem Lohn zu fragen. Der Beweggrund der JAHUSCHUAH-Nachfolge sollte nicht die Belohnung sein, sondern die Liebe zu unserem Schöpfer und unseren Mitmenschen. Allerdings ist dieses Gleichnis keinesfalls eine Entschuldigung für die, denen zuerst Arbeit angeboten wurde, die es aber ablehnten, in den Weinberg JAHUWAHs zu gehen. Die Arbeiter hatten ihre Arbeitskraft angeboten, wurden aber nicht eingestellt (Verse 6-7).

Das Gleichnis will vielmehr aufzeigen, wie schlecht Eifersucht und Neid sind. Wer eine wahrhaftige Liebe für seine Mitmenschen hat, stellt keine neidischen Vergleiche an. Er kann lediglich die Vollkommenheit des Messias mit seiner eigenen Unvollkommenheit vergleichen.

Wer einmal begriffen hat, worum es hier auf Erden tatsächlich geht, wird nicht mehr an den irdischen Dingen hängen. Er wird nicht mehr eifersüchtig oder neidisch auf das sein, was sein Nächster hat. Er wird nicht mehr danach streben, immer mehr zu wollen und immer mehr an Besitz oder eigener Ehre anzuhäufen.

„Begnügt euch mit dem, was vorhanden ist; denn Er selbst hat gesagt: »Ich will dich nicht aufgeben und dich niemals verlassen!«“ (Hebräer 13,5)

Jedem wahren Nachfolger des Messias wird bewusst sein, dass er hier auf Erden als Fremdling lebt. Das wusste bereits Abraham, Isaak und Jakob (Hebräer 11,13). Erst im Himmel und auf der uns verheißenen Neuen Erde, wird jeder seinen eigenen Platz als sein Zuhause ansehen dürfen. Unser Heiland versprach:

„Im Haus Meines Vaters sind viele Wohnungen; wenn nicht, so hätte Ich es euch gesagt. Ich gehe hin, um euch eine Stätte zu bereiten.“ (Johannes 14,2)

Er selbst, unser Erlöser, wird einem Jeden eine Wohnung bereiten. Hier auf dieser finsteren Erde, die dem sicheren Untergang entgegen geht, ist jeder Reichtum und jedes Talent sinnlos, wenn es nicht angewandt wird, um anderen Menschen zu helfen, damit auch sie aus der Sklaverei dieser Welt frei werden können.